Immer mehr Menschen besitzen heutzutage Smartphones oder Tablet-PCs. Da Rollenspieler auch Menschen sein sollen, ist zu vermuten, dass auch immer mehr Rollenspieler im Besitz dieser Geräte sind. Auch in unserer Runde ist dieser Trend deutlich zu spüren, fast alle Spieler besitzen ein iPhone und oder ein iPad. Alle scheinen im digitalen Zeitalter angekommen zu sein, aber abgesehen vom Meister werden diese Geräte nur selten in das Spielgeschehen integriert. Dabei bieten diese „technischen Spielereien“ durchaus Potenzial für eine Verwendung am Spieltisch.

Schleppst du noch oder digitalisierst du schon?

Dank der relativ handlichen Tablet-PCs, wie dem iPad oder Galaxy Tab, hat man als Spieler und Spielleiter die Möglichkeit eine Unmenge an Büchern mit an den Spieltisch zu bringen, an der man sich sonst einen Rückenbruch heben würde. Durch digitale Veröffentlichungen sind die Bücher auch in entsprechender Qualität vorhanden und lassen sich dank entsprechender Apps mit Lesenzeichen, Kommentaren und Hausregeln versehen. Eine gute App für das iOS, die diese Funktionen bietet ist z.B. GoodReader.

Leider gibt es DSA-Veröffentlichungen bisher noch nicht in digitaler Form, andere Verlage sind hingegen schon längst auf den digitalen Zug aufgesprungen und es scheint sich zu rentieren. Wer digital shoppen möchte besucht einfach Shops wie DriveThruRPG.com

Mein Charakter ist digital immer dabei.

Nicht nur Bücher, nein auch Charaktere werden zu digitalen Begleitern. Unter Android kann man sogar seinen in der Helden-Software erstellten Charakter auf dem Smartphone verwalten, dank DsaTab. Eine entsprechende App ist für das iOS bisher leider noch nicht verfügbar.

Wer es dann doch klassischer mag zieht sich den ausgefüllten Charakterbogen als .pdf Datei auf das smarte Gerät und kann auch hier mit entsprechenden Apps (Good Reader) den Charakter managen, Notizen machen oder Kommentare verfassen.

Tagebuch schreiben und Karten zeichnen leicht gemacht.

Es gibt Spieler die gerne alles mitschreiben und die Spielgeschehnisse in Tagebucheinträgen festhalten. Auch hierfür bieten Smartphones und Tablet-PCs gute Applikationen. Zum Beispiel mit Bamboo Paper lässt sich alles wichtige notieren und auch als Spielleiter mal eben schnell eine Karte zeichnen um den Spielern einen Überblick zu verschaffen.

Musik, Musik, wir brauchen Musik

Was die Musik beim Rollenspiel betrifft sind Tablet-PCs und Smartphones eine Bereicherung am Spieltisch. Playlists sind schnell erstellt und Ambient-Apps versehen die Tracks zusätzlich mit passenden Hintergrundgeräuschen um das Spielerlebnis zu maximieren.

Und warum kein Laptop?

Im Gegensatz zum klassischen Laptop am Spieltisch besitzen Smartphones und Tablet-PCs weitere Vorteile. Sie sind relativ klein und handlich, lassen sich also gut transportieren und nehmen wenig Platz am Spieltisch ein. Außerdem nehmen diese Geräte nicht die Sicht auf den Spielleiter, haben eine höhere Akkulaufzeit (es darf die ganze Nacht durchgenerdet werden) und verursachen keine störenden Lüftergeräusche.

Es gibt für (fast) alles eine App.

Es gibt eine Vielzahl von weiteren Apps die für Spieler und Spielleiter interessant sein können. Wer gerne handelt greift auf DSA Handel zurück und wer gerne Kalender und Mondphasen betrachtet lädt sich die (noch nicht fertige) DSAAndroid App.

Außerdem gibt es zahlreiche Würfeltools, für Spieler die chronisch den eigenen Würfelbeutel vergessen, Spielleiter-Tools um die Helden und Monster zu verwalten und und und…

Fazit

Meiner Meinung nach bieten diese „neuen“ Geräte viele Möglichkeiten sie am Spieltisch sinnvoll einzubringen. Hierbei möchte ich unterstreichen, dass dieser sinvolle Einsatz darin besteht, dass Spielen zu unterstützen und nicht zu stören. Wenn alle nur noch auf die Displays starren verfehlen diese Geräte ihren Zweck – richtig eingesetzt bereichern sie aber den Nerdabend ungemein.

PS: Mich würde es freuen wenn man die begonnene Liste von nützlichen Apps noch erweitern könnte. Wenn ihr also noch gute Vorschläge habt – immer her damit 🙂

NACHTRÄGLICHE ERGÄNZUNG FÜR IOS-NUTZER:

Eine interessante App, die sich gut für DSA nutzen lässt, ist „Battle Map“. Die App für iPad und iPhone richtet sich explizit an Pen&Paper-Rollenspieler. Mit „Battle Map“ lassen sich Karten zeichnen und anschließend direkt während des Spielabends als Spielfeld nutzen. Einen ausführlichen Bericht gibt es ebenfalls hier auf Arkanil.

18 Kommentare zu “DSA im digitalen Zeitalter

  1. Bei uns gehört der Laptop (mein treuer und LEISER Mac) fest zu jeder Spielszession. Handouts lassen sich schnell auf Wand oder Flatscreen für alle groß sichtbar werfen. Gleiches gilt für Karten und Bilder von NSCs, Gebäuden und sonstigem Anschauungsmaterial. Musik ist in Hülle und Fülle nebst Soundeffekten mit einem Touchpadklick verfügbar. Die Helden bis auf einen auf Tab, Ipad oder Iphone in Spielerhand. Die Fülle an Zusatzmaterial auf meiner Festplatte ließe sich niemals so schnell und gut wie in digitaler Form transportieren.

  2. Wir haben noch keine Pads im Einsatz und warten ohnehin auf eine neuere Generation von Android-Tablets – so als Applenichtmöger 😉

    Aber wir haben GTalk als Alternative für das Zettelschreiben entdeckt. Der SL hat eh immer sein Notebook dabei – und schreibt den Spielern dann einfach Notizen auf den Talk-Account. Dazu gibts dann Dropbox für Android und alle Spieler bekommen sogar die Handouts, die nur sie sehen sollen.

    Klappt nicht immer gut (macht zum Beispiel bei einem Horrorszenario keinen Sinn, zerstört die Stimmung), funktioniert oft aber gut genug!

  3. Sehr interessanter Artikel!

    Ich werde heute zum ersten mal (zusammen mit noch einem Spieler) DSATab als Heldendokument-Ersatz testen, und bin gespannt wie das klappt. Denn eine Sache hast du nicht angesprochen: Wenn da, wenn mal ne Mail reinflattert oder ein Update verfügbar ist, die Versuchung nicht groß, mal schnell draufzutappsen?

    Was ist wenn ein anderer Kumpel dich über GTalk anschreibt? Kann man das wirklich so einfach ignorieren?

    Ansonsten: Laptop ist bei uns für die Musik auch im Einsatz – wenigsten noch solange bis die ersten Android 4.0 Tablets kommen. 😀

    1. „Denn eine Sache hast du nicht angesprochen: Wenn da, wenn mal ne Mail reinflattert oder ein Update verfügbar ist, die Versuchung nicht groß, mal schnell draufzutappsen?“

      Genau das meinte ich mit „Wenn alle nur noch auf die Displays starren verfehlen diese Geräte ihren Zweck“ 😉

      Die Gefahr, dass man durch die Geräte abgelenkt wird ist ziemlich groß und bedarf einiger Disziplin seitens der Spieler. Komischerweise lenken mich solche Dinge als Spielleiter kaum ab, wenn ich allerdings selber spiele neige ich auch dazu mal die eine oder andere Mail zu lesen.

      1. Ich vermute, der Unterschied liegt schlicht darin, dass man als Meister fast immer was zu tun hat. Als Spieler kommt man immer mal an einen toten Punkt, wo man auf die Aufmerksamkeit eines Mitspielers und des SL wartet – und dann kann man ja mal schnell die Mails… und was tweetet Nandurion eigentlich grad… und über die Uni-Aufgaben wollte man sich auch noch informieren…

      2. Hmm, also ich glaube so ne Selbstdisziplin bring ich dann doch nicht auf, ich werde mal sicherheitshalber meine Datenverbindungen kappen und offline gehen, da’s gleich mit dem Spielen losgeht.^^

        Also seid ihr auch sicher vor meinen Nandurion-Tweets heute Abend. 😉

        1. Die Datenverbindung zu kappen ist ne gute Idee, allerdings nur solange bis man auf die Wiki Aventurica zugreifen will 😉 Ach, und viel Spaß beim Spielen 🙂

        2. Danke, war echt wieder mal schön zu spielen! Das Smartphone hat allerdings die meiste Zeit auf dem Tisch gelegen, da kaum Proben gewürfelt werden müssten. Aber eine andere Funktion von DSA-Tab hab ich direkt mal ausprobiert: Mittels „Tonnotiz“ habe ich eine Aufnahme gemacht, um mir einen Kinderreim – bestimmt wichtig im späteren Abenteuerverlauf 😉 – zu merken. Echt praktisch!

          1. Bezüglich Wiki Aventurica: Da Spieler mMn während dem Spiel besser kein Zugriff auf Wiki haben sollten, gibt sich für diese das Problem denke ich nicht. Und als Meister kommt man echt nicht dazu E-Mails zu lesen.^^

  4. Aktuell verwende ich am Tisch als Spieler wie als Meister zwei Gerätschaften:
    Einmal mein Netbook (msi U115 Hybrid mit geradezu obszöner Akku-Laufzeit von maximal 11 Stunden bei Abschaltung der größeren Festplatte) zur Verwaltung meines eigenen Charakters und der Abenteuernotizen. Was den Charakter angeht, benutze ich den excel-basierten Heldenbogen von heldenblatt.ch, bei dem ich was Werte, Hausregeln, Steigerungskosten, usw. angeht besser in den Eingeweiden herumwühlen kann als bei helden-software.de

    Auf dem iPhone bemühe ich größtenteils Wiki Aventurica und die Website mit unseren Rundenberichten und Hausregeln.

    Sonst ist grundsätzlich in Planung, Dungeonkarten auf einem Beamer zu zeigen und sie mittels eines Grafikprogramms, das Layer unterstützt Stück für Stück freizulegen.

    Vielleicht wird ja irgendwann in ferner Zukunft noch ein Tablet fällig…

    Übrigens: Wie kommt es eigentlich, dass buchstäblich alle DSA-Apps bisher für Android entwickelt wurden? Sind die Nutzungsbedingungen von Apple so schlecht, dass man als nonkommerzieller Entwickler nichts in den Appstore gestellt kriegt? Wo ist da die große Hürde?

    1. Ich vermute mal, dass die DSA-Apps vor allem für Android rauskommen, weil das Einstellen von Apps beim Adroid Market soweit ich weiss kostenlos ist. Für den Appstore von Apple kann man zwar die Apps kostenlos entwickeln und auch auf den eigenen Geräten benutzen, sobald man diese aber in den Appstore vertreiben möchte muss man für 99$ eine Entwicklerlizenz erwerben. Das gilt auch für kostenlose Apps.

      1. Soweit ich weiß bezahlt man auch im Android Market eine Gebühr in der Größenordnung, das war auf jeden Fall der Grund, warum DSATab an Anfang noch kostenpflichtig war. Daran kanns also nicht liegen.^^

        1. Mh. Dann liegt es vielleicht daran, dass die Entwickler der jeweiligen Apps einfach ein Android-Smartphone haben 😉 Als iPhone und iPad Nutzer hoffe ich einfach mal darauf, dass entsprechende Apps auch bald mal im Appstore auftauchen, da ich selber leider keine Programmierkenntnisse besitze 😉

  5. Bin nach einem Jahr DSA-Abstinenz auch mal wieder dran. Bisher sehen meine Planungen für die G7-Kampagne so aus, dass ich mit dem Laptop jederzeit Wiki & Globus im Auge behalten kann, ansonsten aber wie gewohnt auf kopierte Illustrationen, Quellen und Karten zurückgreife. So was lässt sich dann auch viel leichter in der Heldenchronik abheften – und mal ehrlich: wer will denn auf all die schönen gebrauchsspuren verzichten?

    Das Smartphone-Ablenkungsproblem ist wirklich schwierig. Einerseits muss ich mir über meinen Meisterstil Gedanken machen, wenn sich Spieler plötzlich vom Spieltisch abwenden (früher waren es herum liegende PC-Games Ausgaben) andererseits ist die Verführung von Smartphones (was Twittert Neil Gaiman eigentlich gerade, mal eben ein wenig DoodleJump …) heute auch sehr viel größter. Ich werde es wahrscheinlich auf einen Gruppenvertrag anlegen, in dem so was unterbunden/eingeschränkt wird. Mal schauen wie das nachher in der Realität aussieht.

    Àpropos: Gibt es gute PC-Software zur Kampfverwaltung bei größerer Gegneranzahl, die ihr empfehlen könnt? (Wunden, LE, AU …)

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