Myranor-Abenteuer stellt DSA-Preisrekord ein

AB_M19Der Uhrwerk-Verlag hat seinen eigenen Preisrekord eingestellt. Für das am Mittwoch veröffentlichte Myranor-Abenteuer Das sterbende Land verlangt der Verlag 40 Euro. Noch nie war ein DSA-Abenteuer teurer. Der zweite und abschließende Teil der Wächter des Imperiums-Kampagne kostet damit so viel wie der bisherige Rekordhalter Jenseits des Horizonts, der Sammelband zur Lamea-Kampagne für Myranor.

Mit 40 Euro ist Das sterbende Land nicht nur eines der teuersten DSA-Abenteuer überhaupt, sondern ist mit 224 Seiten auch eines der umfangreichsten. Nur wenige Bände hatten bislang mehr Seiten. Zu den DSA-Abenteuern mit einem vergleichbaren Umfang gehört die im Mai erschienene Quanionsqueste. Der Kampagnenband ist mit 232 Seiten noch etwas dicker als Das sterbende Land, kostet mit 32,50 Euro aber deutlich weniger.

Der Preis für Das sterbende Land bestätigt eine schon länger zu beobachtende Entwicklung: DSA-Produkte des Uhrwerk Verlages sind meist merklich teurer als vergleichbare DSA-Produkte von Ulisses Spiele.

DSA-Produkte von Uhrwerk und Ulisses im Preisvergleich
UhrwerkUlisses
NameSeitenPreisNameSeitenPreis
Das Sterbende Land22440,- Quanionsqueste23232,50
Im Lande des Thearchen11225,-Spuren der Verheißung12022,50
Im Zeichen der Götter 11225,-Dämmerstunden 11220,-
Myranische Monstren 22040,-Krieger, Krämer und Kultisten20835,-
Myrunhall9622,50Maskenspiele und Kabale8520,-
Die Welt der Schwertmeister27640,-Schattenlande25335,-

Ein vergleich der DSA-Produkte von Uhrwerk und Ulisses ist nicht immer ohne Einschränkungen möglich. Doch immer dann, wenn die beiden Verlage in den vergangen zwei Jahren DSA-Bücher ähnlicher Art mit ähnlicher Seitenzahl veröffentlicht haben, zeigte sich: Die Uhrwerk-Bücher sind teurer.

Die Preisgestaltung des Uhrwerk Verlages ist allerdings nicht einheitlich. So verlangt der Verlag für Unter dem Sternenpfeiler mit über 300 vollfarbigen Seiten 40,- Euro. Die Myranor-Regionalbeschreibung kostet damit genau so viel die zwar ebenso farbige, aber hundert Seiten dünnere Kreaturenbeschreibung Myranische Monsten und das ebenfalls weit weniger umfangreiche und nicht farbige Abenteuer Das sterbende Land. Wie der Verlag die Preise für seine Myranor-Produkte festlegt, lässt sich daher nicht ganz nachvollziehen.

Eines aber lässt sich sagen: Wer Aventurien verlassen möchte und einen Abstecher nach Myranor oder Tharun plant, sollte etwas mehr Geld in seine Reisekasse stecken.

Verfasst von:

23 Kommentare

  1. 23-01-2014
    Antworten

    Von der Produktion her finde ich den Preis mehr als angemessen. Was mich mehr interessiert ist, wie die Qualität des Inhalts ist.

  2. 23-01-2014
    Antworten

    Das ist jetzt aber nichts neues: Aufgrund der deutlich geringeren Auflagen waren die Preise für Myranor schon immer etwas höher – es gibt deutlich weniger Xarxaron-Spieler als Mittelreich-Spieler. Unter dem Sternenpfeiler ist als umfassende Weltbeschreibung an viel mehr Leute gerichtet und konnte daher wohl billiger sein als vergleichbare Publikationen, zudem scheint UdS sich sehr gut zu verkaufen: http://community.uhrwerk-verlag.de/index.php?topic=465.msg5351#msg5351

    • 23-01-2014
      Antworten

      Klar ist das nichts Neues. Den Preisunterschied gibt es wie oben geschrieben schon lange.

      Und dennoch finde ich es bemerkenswert, dass Myranor- Produkte rund 25% teurer sind als Aventurien-Produkte. Das ist nicht wenig.

      Zudem: Wenn sich UdS so gut verkauft, besser als andere Myranor-Bände, dann könnte ja auch der Preis der anderen Hände zu hoch sein.

      Für meinen Teil kann ich nur sagen: 40 Euro für ein Abenteuer? Das ich bestenfalls nur vielleicht spielen werde? Ne, das ist mir zu teuer. Wahrscheinlich nicht nur mir.

      Vielleicht hätte die Kampagne besser auf drei Bände verteilt werden sollen.

      • 23-01-2014
        Antworten

        Insgesamt soll die Kampagne in zwei Bänden 72,50 kosten. Wenn wir sie jetzt aber auf drei Bände aufteilen, kosten die aber nicht 25 € pro Stück sondern tendenziell eher 27,50, weil ein zusätzlicher Umschlag bezahlt werden muss (inklusive Illustration), außerdem werden es ein paar zusätzliche Seiten für so nützliche DInge wie Inhaltsverzeichnis, Index etc.

        Man könnte natürlich auch Inhalt weg lassen, dann werden die Bände auch günstiger. Oder den Farbdruck (wenn es welchen geben soll). Aber dann beschweren sich auch wieder Leute.

        Und die Auflage macht halt einen großen Unterschied beim Stückpreis. Teilweise lässt letzterer sich bei vierfacher Auflage etwa halbieren.

      • 23-01-2014
        Antworten

        Im Grunde ist die Kampagne ja auf 3 Teile geteilt, wenn man Die Verbotene Kammer mitzählt. Ein Gesamtband wäre wohl am billigsten gewesen, aber ich glaube nicht, dass man die Entwicklung damals so vorgesehen hatte.

        UdS spricht ja alle gegenwärtigen und potentiellen Myranor-Spieler an, sodass man da schon im Voraus mit einer höheren Auflage rechnen konnte, was bei Abenteuern einfach nicht der Fall ist.

  3. 23-01-2014
    Antworten

    Ich war ja einmal bei Ulisses zu Besuch und im Hochregallager stapeln sich die DSA-Sachen. Ich vermute, wenn Uhrwerk auch soviele Ausgaben verkaufen könnte wie das Original-DSA würden auch die Preise sinken. Der DORP-Cast erläutert übrigens, dass der Druck heute etwa 1/4-tel der Kosten ausmacht.

  4. flippah
    23-01-2014
    Antworten

    Dafür ist die inhaltliche Qualität der Myranor (und anderer Uhrwerk)-Sachen meist deutlich höher. Ich zahle lieber ein paar Euro mehr, als mich nachher über ein schlechtes Buch zu ärgern, das ich mir lieber garnicht erst geholt hätte.

  5. Letztendlich muss sich ein Abenteuer am Spieltisch bewähren. Ich hoffe mal, mir die Kampagne bei Zeiten reinziehen und in meinem eigenen Blog rezensieren zu können.

  6. 23-01-2014
    Antworten

    Und dann ist natürlich die Frage was alles drin steckt. Wie ist zum Beispiel das Verhältnis (Farb-) Illustration zwischen den Büchern, wie ist die Textqualität (sprich: wie viele Lektorats Durchläufe hat das Ganze mit gemacht), und und und… Zu sagen „Ist teurer“ mag zwar faktisch korrekt sein, aber am Ende nicht sonderlich aussagekräftig.

    • 23-01-2014
      Antworten

      Wobei viele Bewertungen letztlich subjektiv sind, gerade die Wertung der inhaltlichen Qualität. Lektorat ist ohnehin mehr als Rechtschreibfehler korrigieren.

      Nach meinem Eindruck, und ich kenne mittlerweile die meisten Myranor-Abenteuer, gibt es keinen großen qualitativen Unterschied zu Aventurien. Vieles ist auch Geschmacksache bzw. abhängig vom Autor.

      Tendenziell halte ich gerade jüngere Aventurien-Abenteuer sogar für qualitativ ein wenig besser (mit Ausrutschern nach unten). Auch was so Sachen wie Lektorat oder Illustrationen betrifft. Daher greift das Argument „Myranor = höhere Qualität = höhere Preis gerechtfertigt“ eher nicht.

  7. Barl
    23-01-2014
    Antworten

    Naja, so lange die Verlage sich nicht zu Auflagen und Verkaufszahlen äußern ist die Diskussion doch eher akademisch. Ich muss ehrlich sagen das ich noch nicht einmal eine Idee haben wie die Preisfindung zustande kommt.

    Kann denn jemand sagen um wievielt größer die Verkaufszahlen bei Ulisses sein müssten um die niedrigeren Preise alleine dadurch zu erklären? Und welche Auflagen haben normalerweise DSA Abenteuer und Regelwerke? 1000, 5000, 10000? Oder deutlich mehr bzw. weniger?

  8. aikar
    24-01-2014
    Antworten

    Ich denke auch, dass es primär eine Sache der geringen Auflage ist. Wer auch imme rmal was in einem Copy-Shop hat drucken lassen weiß, wie sehr der Preis/Stück von der Menge abhängt.

    Ja, 40€ ist an der oberen Grenze (Bei 50 würde ich es mir auch schwer überlegen), aber Myranor ist nunmal ein Nischen- und Liebhaber-System. Ich denke, der tatsächliche Gewinn ist immer noch nicht all zu groß.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Patric Götz oder die Autoren sich irgendwo lachend auf eine Luxusyacht zurückziehen.

    Und mir ists ehrlich gesagt wert dafür, dass ein System dass sonst wohl eines schnellen und stillen Todes sterben würde, weiter neues Material bekommt, 2-5€ pro Buch extra drauf zu legen, anstatt es knallhart mit dem System mit den wohl höchsten Produktionsmengen in Deutschland zu vergleichen.

    Aus dem selben Grund kaufe ich auch inzwischen Bücher (soweit möglich) beim lokalen Händler und nicht bei Amazon. Preis ist nicht alles.

    • aikar
      24-01-2014
      Antworten

      Noch ein Kommentar dazu: Zu den höheren Auflagen kommt bei DSA wohl auch noch Querfinanzierung dazu. Wenn man mehrere Produkte hat, mit denen man Gewinn macht, kann man es sich leisten hin und wieder mal ein Produkt zu einem Preis rauszubringen, bei dem die Spanne gering ist, nur um die Kunden bei der Stange zu halten. Das ist bei Myranor wohl kaum der Fall

  9. Schreckse
    24-01-2014
    Antworten

    Abenteuer sind eine recht heikle Geschichte. Zum einen kann man ja die Rechnung aufmachen, das ca. 5 Leute für 40€ dann zig Spielstunden Spaß mit dem Ding haben. Bei 200+ Seiten wird es sicherlich für Monate reichen, wenn nicht sogar noch länger. Die Rechnung hinkt dann aber, da meist (immer) der Spielleiter die Sachen kauft und dann bespielt. Dazu dann noch die Vorbereitungszeit, aber hey, ist ein Hobby und da macht verrechnen dann auch keinen Sinn mehr.

    Häufig hält man dann aber die 200+ Seiten nicht durch, weil irgendwas Ingame oder Outgame passiert, dass die Gruppe das Spielen nicht mehr schafft… schlussendlich sind dann für mich folgende Punkte wichtig für ein Abenteuer:

    – gute Karten.
    – gute Charakterzeichnungen mit Motivation etc.
    – Wiederverwertbarkeit im Sinne von gut beschriebenen Lokation, wo man dann wieder zurückkommt.

    Meist lohnt sich die Sache dann aber nicht. Keine Zeit zum Spielen + Zu wenig Neues + Zu teuer und das ganz bedingt sich dann natürlich…

    Besten

  10. Quendan
    24-01-2014
    Antworten

    Die meisten Kommentatoren haben schon richtig den Grund geraten: Unsere Auflagen sind deutlich geringer als bei Aventurien-DSA, was einen deutlich höheren Stückpreis in den Produktionskosten bedingt. Das hat übrigens Uhrwerk auch nie verheimlicht und etwa beim ersten erschienenen eigenen Myranor-Werk genau so kommuniziert. Um die Stückpreise von Ulisses zu erzielen, müsste sich Myranor genau so gut verkaufen wie Aventurien – und realistisch gesehen wird das nie passieren.

    Unter dem Sternenpfeiler taugt in dieser Aufzählung auch nicht als Beleg dafür, dass die Preispolitik undurchschaubar ist, weil hier viele Faktoren zusammen kommen. Kurz gefasst ist das Buch eigentlich viel zu billig. Es war mal für weniger Umfang geplant und war entsprechend auch mit passendem Preis gemeldet. Auf Basis dieser Daten wurde dann auch munter von Händlern vorbestellt – bevor sich das Buch dann ewig verzögert hat. Zum Ende hin haben die Autoren dann noch massiv vom Umfang her überzogen, wodurch das Buch dicker wurde. Teurer machen ist schwer möglich in so einem Fall, weil du dann eigentlich alle Vorbestellungen auch stornieren musst (die Leute haben ja zu einem niedrigeren Preis bestellt). Und über 40 Euro ist für einen Band, der in die Welt einführen soll, auch schwierig. Also haben wir beschlossen, den Preis beim alten zu lassen und das Buch nicht massiv zu kürzen, sondern es mit geringerer Gewinnmarge rauszubringen. Was bei UdS auch deshalb ging, weil das Buch eine größere Auflage hatte als etwa Abenteuer es haben. Soviel dazu als Hintergrund.

    Insgesamt ist es jedenfalls kein Geheimnis, dass Myranor-Sachen teurer sind als Aventurien-Sachen. Das liegt schlicht an unterschiedlich hohen Käuferzahlen – und wäre auch nicht anders, wenn die Bücher bei einem anderen Verlag rauskämen. Die oben scherzhaft erwähnte Luxusyacht des Verlags gibt es jedenfalls wirklich nicht. 😉

    • 24-01-2014
      Antworten

      Joa, nun, ein Geheimnis daraus zu machen, ist natürlich auch nur schwer möglich. Die Preise sind für Myranor-Bücher sind schließlich nichts, was leicht versteckt werden könnte. 😉 Dennoch finde ich die deutlichen Preisunterschiede (25%) bemerkenswert.

      Meine Kritik (wenn ich überhaupt etwas kritisiert habe) richtet sich auch nicht gegen eure heimliche Bereicherung auf Kosten armer Rollenspieler. Ich gönne euch euer wildes Luxus-Leben voller Sex, Drugs and Rock’n’Roll von ganzem Herzen. Nur die Preispolitik erschien mir undurchsichtig. Aber den Fall UdS hast du dankenswerterweiser aufgeklärt. Ich vermute, dass der dort entgangene Gewinn der Grund ist, warum es noch nicht zur verlagseigenen Yacht an der Côte d’Azur gerreicht hat.

      Tatsächlich kritikwürdig erscheint mit aber der Preis von 40 Euro für ein Abenteuer. Der Preis mag wohlbegründet sein und ich bin mir sicher, dass Spieler für das Geld ein umfangreiches und gutes Abenteuer bekommen. Aaaaaaaber: Den Trend zu immer dickeren und damit auch teureren Abenteuern sehe ich kritisch. Das ist schon bei Ulisses ein Problem, bei Uhrwerk ist es nocht problematischer, weil die Preise autoamtisch noch höher liegen.

      • Quendan
        24-01-2014
        Antworten

        Was zu dicke Abenteuer angeht, stimme ich dir auch zu. Ich bin selbst kein Freund von diesen Monsterdingern. Beim Sterbenden Land war es auch nicht so geplant. Wir haben sogar drüber nachgedacht den Band zu trennen, aber da er nicht darauf angelegt war, gab es keine sinnvolle Stelle für einen Cut – und rein aus Prinzip wollten wir es auch nicht machen.

        Solch dicke Abenteuer sollten jedoch in Myranor eigentlich die Ausnahme bleiben.

        • Zant
          24-01-2014
          Antworten

          Da das Abenteuer aber einen der spannendsten „ikonischen“ Konflikte Myranors thematisiert, kann man die 40 Euro wohl ruhigen Gewissens ausgeben. Viele werden die Kampagne jetzt bestimmt auch am Spieltisch angehen, wo sie vollständig verfügbar ist.

        • 24-01-2014
          Antworten

          @Zant, und wenn es so gut ist wie der Vorgänger, dann allemal.

          Und auch wenn man nicht die Kampagne spielt, ich finde solche dickeren Abeneteuer auch immer schon als Quellenbände und Ideenfundus gut geeignet.

  11. Backalive
    26-01-2014
    Antworten

    Ich bewundere Arkanil für seine Seite. Ich mag die Berichte.Ich schätze die Themen, die er aufgreift und die Texte dazu. Vor allem aber auch, weil er es schafft, immer am Puls der Zeit zu sein.

    Was das Myranor-Abenteuer anbelangt. ich würde mich heute nicht mehr an so einen Mammut-Schinken wagen.
    Nach Borbarad-Kampagne (9 Jahre Spielzeit) und Jahr des Feuers (bis jetzt 3 Jahre Spielzeit; noch nicht abgeschlossen) brauche ich dermaßen aufgeblähte Textgräber nicht mehr, um abendfüllende, kampagnenlange Abenteuer zu spielen.

  12. 26-01-2014
    Antworten

    Ich kenne bisher nur den ersten Teil „Die ewige Mada“ und hab ihn auch erst halb durchgelesen. Aber da kommt der Umfang auch daher, dass immer wieder verschiedene mögliche Handlungsverläufe beschrieben sind. So gibt es z.B. drei Möglichkeiten, mit einer schwer erreichbaren Meisterperson in Kontakt zu treten. Diese sind dann alle im Detail beschrieben, mit detailliertem Gebäudeplan oder NSC-Beschreibungen, je nach Ansatz. Das hat mir sehr gefallen.

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