Eine kleine Überraschung ist es dann doch. Zehn Bücher, so habe ich geschätzt, sind in den vergangenen Monaten für DSA5 erschienen. Womöglich ein paar weniger, doch nicht viel weniger. Immerhin ist DSA doch DSA. Und DSA ist das Rollenspiel mit den Büchermassen.

Tatsächlich erschienen sind zuletzt drei Bücher: der Regelband Aventurische Magie, das Abenteuer Die Silberne Wehr und der Quellenband Aventurische Namen. Hinzu kommen die beiden Abenteuer Klingen der Nacht und Ein Tod in Grangor, die bereits im September veröffentlicht wurden. Fünf aber ist deutlich entfernt von meinen vermuteten zehn.

Erst bei einem Blick auf das vergangene halbe Jahr summieren sich die DSA5-Neuerscheinungen auf immerhin sieben Bücher. Damit komme ich meiner ursprünglichen Schätzung zumindest nahe, wenn auch nur grob.

Habe ich den DSA5-Produktausstoß überschätzt? Nur ein wenig.

Ulisses hat in der ersten Jahreshälfte 2016 mit elf Büchern deutlich mehr DSA5-Produkte veröffentlicht als in der zweiten. Insgesamt 18 Bücher stehen auf der Liste der Publikationen für dieses Jahr. Hinzu kommen sieben Spielkartensets, zwei Landkartensets, eine Audio CD und womöglich noch das ein oder andere weitere DSA5-Produkt, das ich übersehen habe. Unterm Strich sind das knapp 30 Veröffentlichungen.

DSA ist also immer noch DSA, das Spiel mit den Büchermassen. 

Das stört mich nicht. Im Gegenteil. Ich gehöre nicht zur Rollenspiel-Avantgarde, die mit nur einem Buch ein glückliches Rollenspielleben bestreiten kann. Mein Motto: Lieber ein paar Bücher zu viel, als ein paar Bücher zu wenig.

Der jüngste DSA5-Produktausstoß ist dennoch eine kleine Enttäuschung. Zum Abschluss des Jahres hatte ich mir vorgenommen, das nachzuholen, was ich zuletzt aufgrund knapper Zeit kaum tun konnte: Mich durch DSA5-Neuerscheinungen zu wühlen.

Mit Bedauern muss ich nicht nur feststellen, dass die Liste aktueller Veröffentlichungen kürzer als erwartet ist. Die neuen Bücher, die es gibt, treffen zudem häufig nicht meinen Geschmack.

Ein Buch über aventurische Namen ist nicht gerade das, worauf ich sehnsüchtig gewartet habe. Überhaupt entpuppte sich so manche Neuerscheinung in diesem Jahr eher als Enttäuschung. Für das Aventurische Kompendium und die Aventurische Rüstkammer hagelte es überwiegend Kritik.

Die 30 DSA5-Produkte, die Ulisses in 2016 veröffentlicht hat, schrumpfen so auf einen überschaubaren Kreis interessanter Bücher zusammen. Am Ende des Jahres bleibt mir nicht viel zum Wühlen und Stöbern. Allenfalls der Regelband Aventurische Magie, vielleicht noch das ein oder andere Abenteuer. Immerhin das.

5 Kommentare zu “DSA-Masse und DSA-Klasse

  1. Der Aventurische Bote und die Heldenwerk-Abenteuer wären noch zu erwähnen.
    Was man noch berücksichtigen sollte: die Seitenzahl. Die meisten Abenteuer sind dünner als zuletzt bei DSA 4 und auch die Regelbücher werden nicht endlos dick.
    Und dass man bei den Regionalbeschreibungen aus einem Produkt mehrere macht, bläht die Zahl auch auf.

  2. Problem, was alle Bände gemeinsam haben:
    Grausames Design, man erkennt keine Unterschiede zwischen den Schriftarten und damit der Einstufung des Artikels. Ist das nun ein Kapitel, ein Unterkapitel oder gar nur ein Hinweis?
    Der Seitenpreis hat sich vervielfacht. Wo früher ein Regionalband (UDW) 25 Euro gekostet hat und Thorwal, Gjalskerland und die Streitenden Königreiche abgedeckt hat, und auf knapp 200 Seiten beschrieben hat sowie die Seefahrt noch einmal extra behandelt hat (davon 30 Seiten für die Streitenden Königreiche)
    werden bei DSA5 die Bände aufgespalten, oft dünner (das DSK hat 190 Seiten für 40 Euro, also fast verdoppelt, mit den Zusatzsachen rund 80 Euro) und mit Füllinformationen aufgefüllt. Dafür werden die notwendigen Karten und sonstige Zusatzprodukte, die sinnvoll verbunden gewesen wären, einzeln verkauft.
    Zwar sind sie gut lektoriert, aber man merkt das, was einst DSA ausgemacht hat, nicht mehr. Das war einst die Liebe zum Detail und die Freude.
    Heute wirken sie tot und wie eine Pflichtaufgabe in der Schule (schreib einen Aufsatz über dieses Thema!)
    Daneben werden die Regeln extrem viel komplizierter und gerade mit der Magie zeigt sich, Füllung über Inhalt, denn keins der beschriebenen Themen wirkt vollständig oder abgehakt, so dass selbst die „Nebenthemen“ noch einmal aufgegriffen werden dürften.

    Es gab in einem anderen Regelband einst den Spruch: Wer mit Erdnüssen zahlt, darf sich nicht wundern, wenn nur Affen für einen arbeiten.
    Und das trifft das Thema wohl sehr genau.
    Wenn die Anforderungen an die Redaktion von „muss sich mit Aventurien auskennen, muss Aventurien lieben, muss schreiben können, muss kreativ sein, muss selbständig arbeiten können“ auf „muss in Waldems im Büro sitzen“ geändert werden, passiert halt genau das. Leute, die das Obige erfüllen, aber ihren Lebensmittelpunkt woanders haben, ziehen sicher nicht in die hessische Provinz.

  3. Ja, es gibt nichts erfrischenderes als ein paar solide persönliche Beleidigungen.

    1. Was war denn an Arbachs Kommentar bitteschön beleidigend – oder „persönlich?“

      Ich wollte mir eigentlich alle DSA 5 Regionalbände holen, aber nach dem schrecklich geschriebenen (und wieder mal mit Zusatzregeln vollgekleistertem) Nostergast Band habe ich mir das doch anders überlegt.

  4. Arbachs Kritik trifft dochden Kern der Sache.
    Die Übersichtlichkeit selbst innerhalb eines Buches ist grausam, die meisten Texte wirken oft hölzern bzw. zu schnell zusammengetippt.
    Mein Interesse an DSA tendiert jedenfalls seit Monaten gegen Null. Und wenn man sich die wichtigen Rezensionen auf Amazon anguckt, ist der aktuelle Trend nicht berauschend.

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