Volle Arena, volle Kassen
Waren Rollenspiele eigentlich jemals Mainstream? In den 80ern konnte man Das Schwarze Auge zwar in jedem Spielwarengeschäft kaufen, was aber vermutlich eher auf die Vertriebspolitik von Schmidt Spiele zurückzuführen war und weniger auf die tatsächliche Verbreitung und Beliebtheit von DSA.
Ganz so nischenhaft, wie sich die deutsche Rollenspielszene heute mancherorts präsentiert, war es damals gleichwohl nicht. Wenn dieser Tage nun eine nicht ganz unbedeutende deutsche Zeitung darüber berichtet, dass Rollenspiele auf einmal Mainstream sein sollen, ist das eine – sagen wir mal – zumindest leicht überraschende Formulierung.
Ein Rollenspielevent für die Massen
„Das Combeck der Rollenspiele als Mainstream“ schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Und wenn 11.000 Menschen in eine Arena pilgern, 100 bis 200 Euro für ein Ticket zahlen, um ein paar anderen dabei zuzusehen, wie sie D&D spielen, dann ist das zumindest eines nicht mehr: nischig. Ob das direkt Mainstream ist, sollen andere entscheiden. Die Critical-Role-Veranstaltung am 6. Juli war auf alle Fälle ein gewaltiges Event, das es in der deutschen Rollenspielszene so wahrscheinlich noch nie gegeben hat. Der Rollenspielblog war vor Ort und hat einen Erlebnisbericht verfasst.
Und eine Bestmarke für eine Insel
Nicht ganz 11.000, aber immerhin doch knapp 1.800 Menschen interessieren sich ausreichend genug für eine aventurische Insel, um dafür im Schnitt 187 Euro zu zahlen. Nicht für die Insel selbst natürlich. Sondern für die erste Regionalbeschreibung zu Maraskan. Mehr als 330.000 Euro hat Ulisses Spiele mit dem Crowdfunding eingesammelt, das diese Woche endete. Im Vergleich zu den anderen Crowdfundings für DSA-Regionalbeschreibungen liegt Maraskan damit nach der Nuntiovolo-Übersicht bei der Gesamtsumme an zweiter Stelle und bei der Zahl der Unterstützenden sogar auf dem ersten Platz. Auf jeden Fall aber auch leicht über dem langjährigen Durchschnitt.
Sonst noch neu…
- Die Ennie-Nominierungen 2026 sind raus. Rund 85 Rollenspielprodukte konkurrieren um einen der renommiertesten Preise der Szene. Einen Ennie gibt es unter anderem für das beste Spiel, das beste Abenteuer, die besten Regeln, das beste Setting und in vielen weiteren Kategorien, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Aus deutscher Brille dürfte das bekannteste Rollenspiel auf der Nominierungsliste wahrscheinlich Daggerheart sein. Ansonsten liest sich die Liste vor allem eher als Katalog dessen, was hierzulande nie erscheinen wird.
- Ich will hier ja keine plumpe Werbung machen, zumal mir auch kein Verlag irgendwelche Provisionen oder ähnliches zahlt (Schande!). Aber als der Uhrwerk Verlag an diesem Donnerstag seinen Newsletter rausschickte und dort prominent über einen D&D-Restock schrieb, habe ich mir das dennoch als Thema für diesen Newsletter notiert. Über „dunkle Kanäle“ wird da geraunt, habe man deutsche und englische D&D5-Bücher reinbekommen. Und tatsächlich sind da einige spannende Bücher dabei. Wer sich dafür interessiert, sollte tatsächlich mal einen Blick in den Uhrwerk-Shop werfen.
- Die Arbeiten an der Grünen Ebene, der Dragonbane-Variante für DSA, schreiten voran. Im Rahmen des Crowdfundings hat der Uhrwerk Verlag nun die Preview-Variante des Buchs für alle Backer freigeschaltet.
- Ein ganz besonderes Projekt, das definitiv mehr Beachtung finden sollte (und in den kommenden Tagen auf Arkanil auch Beachtung finden wird), ist Avesmap. Das Fanprojekt ist ein Tool zur Routenplanung für Aventurien. Und noch viel mehr. Wie sich hier nachlesen lässt.
Und sonst so?
- An diesem Wochenende, am 11. und 12. Juli, steht in Bonn die FeenCon 2026 an. Es ist eine der größten und traditionsreichsten Pen-&-Paper‑Rollenspiel‑Conventions in Deutschland, mit starkem Fokus auf Spielrunden, Workshops und Community‑Szene.
- Im DSA-Forum wurde die Urlaubszeit eingeläutet. Bis zum 31. August werden in der Sommer-Forenaktion die schönsten Urlaubsbilder gesucht. Egal, ob Foto, digital erstellt oder selbst gemalt. Hauptsache: Es gibt einen DSA-Bezug.

Vielleicht ergänzend zu „Und sonst so“: Wer jetzt nicht im Umfeld von Bonn lebt, lebt vielleicht bei Berlin; dort findet vom heutigen Freitag bis Sonntag die Berlin Brettspiel Con statt. Wie der Name schon sagt, schwerpunktmäßig Brettspiele, aber einige Verlage, die dort mit Stand vertreten sind, haben „auch“ Rollenspiele im Programm (zuvorderst Ulisses, Pegasus Spiele, Squink).