Wann ist ein Erfolg ein Erfolg?
Erfolg ist bekanntlich relativ. Das Schwarze Auge ist ohne Zweifel das erfolgreichste deutsche Rollenspiel aller Zeiten. Aber auch Helene Fischer ist nur in Deutschland weltberühmt.
Der Unterschied zwischen Helene Fischer und DSA hingegen ist: Die Sängerin ist seit 20 Jahren aktiv, kommt auf Instagram aber nur auf eine Million Follower. Das sind schlappe 140 Follower pro Tag. Der neue DSA-Film hingegen hat innerhalb von nur drei Tagen mehrere tausend Likes bekommen. Eat this, Helene!
Aber bevor der Äpfel-und-Birnen-Vergleich völlig eskaliert, kommt hier der Überblick über die wichtigsten Szene-News der vergangenen 14 Tage:
Erfolg für DSA-Kurzfilm
Für gewöhnlich haben DSA-Fanprojekte immer leichte (bis ausgeprägte) Cringe-Tendenzen. Für den DSA-Kurzfilm „Eine Nacht in Tobrien“, der diese Woche auf YouTube veröffentlicht wurde, gilt das offensichtlich nicht. Seit der Premiere am 21. Juli kommt der rund 25-minütige Film schon auf über 23.000 Aufrufe, 2000 Likes und über 350 Kommentare, die nach einem kursorischen Überflug ausnahmslos positiv sind. Respekt.
Erfolg für Star-Trek-Crowdfunding?
Der Uhrwerk Verlag hat dieser Tage ein weiteres Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen. Wobei: Was heißt schon erfolgreich? Rund 46.000 Euro wurden für die deutsche Übersetzung der zweiten Edition des Star-Trek-Adventures-Grundregelwerks eingesammelt. Auf dem zugehörigen Discord-Verlagschannel entsprang daraufhin eine Diskussion, ob das nun viel ist, ausreichend oder zu wenig. Wenn man sich die anderen Crowdfundings des Verlags anschaut, lässt sich salomonisch festhalten: Das ist mittelerfolgreich.
Sonst noch neu…
- Vor knapp zwei Wochen hatte der Uhrwerk Verlag die Preview-Variante der Grünen Ebene freigeschaltet. Kleine Erinnerung: Die Grüne Ebene ist der per Crowdfunding finanzierte DSA-Hack auf Dragonbane-Basis. Und ebenfalls kleine Erinnerung: Angekündigt wurde das Buch ursprünglich für das vierte Quartal 2024. Im SteamTinkerer-Interview hat sich der Dragonbane-Chefredakteur Franz Janson nun allgemein zu Crowdfunding-Verzögerungen geäußert. Und interessanterweise nebenbei Crowdfundings ganz generell kritisiert.
- Göttin der Chimären ist, wenn man Rezensionen glauben darf, nicht nur einfach eine epische DSA5-Kampagne mit Erzdämonen, Borbarad und Maraskan. Es ist das Nonplusultra der Kampagnen. Engor hat sein überschwängliches Gesamtfazit veröffentlicht und nennt die Kampagne eines der absoluten Highlights innerhalb der über 40-jährigen DSA-Historie.
- Am 30. Juli startet die GenCon. Natürlich kann man sich da denken: „Pfff, was interessiert mich so ’ne Messe in der mittelamerikanischen Provinz, wo noch nicht mal DSA gespielt wird?“ Aber der Vorteil ist: Die GenCon findet genau eine Woche vor der DSA-Haus-und-Hof-Convention RatCon statt. Man kann also in der einen Woche nach Indianapolis fliegen und die wahrscheinlich weltweit wichtigste Rollenspiel-Convention besuchen und nach dem Rückflug direkt von Frankfurt aus in den Zug nach Langen steigen (die RB68 fährt durch), um die ganz sicher weltweit wichtigste DSA-Convention zu besuchen. Ulisses Spiele als RatCon-Veranstalter ist schon fleißig dabei, Inhalte und Veranstalter zu bewerben. Und das Programm der RatCon 2026 ist tatsächlich prall gefüllt. Aber auch wer es nicht zur GenCon schafft, sollte vielleicht mit einem Auge über den großen Teich schielen. Ganz besonders für D&D wird dort nämlich eine massive Präsenz aufgebaut.
Und sonst so?
- „Secondary Belief“, „Suspension of Disbelief“, „Ludonarrative Dissonanz“. Selbst wer eigentlich einfach nur Rollenspiele spielen möchte, kann durchaus mal einen Blick auf rpgnosis werfen, wo solche spielerischen Fachbegriffe erklärt werden.
- Der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Brot allein. Sondern auch von Feedback. Daher gibt es auf kritischerfehlschlag.de den schönen Aufruf, einfach mal mehr Feedback zu verteilen. Positives natürlich. Mehr Herzen und Sterne und Kommentare, für diejenigen, die in der Rollenspielszene Inhalte generieren und sich freuen, wenn mal was zurückkommt. I like.
