MondElfen, Zwerge, Orks allüberall. Fantasy ist Trumpf. DSA schickt demnächst die fünfte Regeledition ins Rennen, Splittermond möchte auch ein Stück vom Kuchen, Hellfrost nimmt einen neuen Anlauf und Game of Thrones guckt oder liest oder spielt ohnehin jeder (auch wenn dort keine Elfen, Zwerge, Orks vorkommen).

Von dieser Flut an Fantasy zur Seite gedrängt wird die Science Fiction. Immer schon war zwar Fantasy das dominante Rollenspiel-Genre, doch heute kommt die Science Fiction scheinbar kaum über mehr als ein kümmerliches Nischendasein hinaus.

Science Fiction stellt andere Fragen als Fantasy

Abenteuer in einer Fantasy-Welt sind ohne Zweifel unterhaltsam. Wenn der tapfere Held mit seinem blitzenden Schwert gegen finstere Schwarzmagier, stinkende Orks oder übelgelaunte Drachen antritt, hat das seinen Reiz. Die detailreichen, fantastischen, in sich geschlossenen Welten liefern einen stimmungsvollen Hintergrund für spannende Abenteuer. Fantasy-Rollenspiele sind nicht ohne Grund erfolgreich.

Was bei der Fixierung auf Fantasy jedoch aus den Augen verloren geht: Science Fiction kann zwar auch spannende Abenteuer vor einem detailreichen Hintergrund bieten, stellt jedoch andere Themen und Fragen in den Mittelpunkt.

Wie sieht unsere Zukunft aus? Haben wir überhaupt eine? Wie werden wir leben? Welche Möglichkeiten werden wir haben? Welche nicht?

Wenn sie gut gemacht ist – und das ist einfacher gesagt als getan – greift Science Fiction elementare Zukunftsfragen auf und regt zum Nachdenken an. Rollenspiele vor einem durchdachten Science-Fiction-Hintergrund bieten dann nicht nur spannende Abenteuer, sondern können das Imaginationspotenzial der Spieler auf die eigene Zukunft richten. Das Mindeste, was Science Fiction leisten kann, ist die Neugierde auf das zu wecken, was vor uns liegen mag.

SciFi-Spiele im Blickpunkt

In den kommenden Wochen möchte ich auf Arkanil den bekannten Fantasy-Boden verlassen und ins Weltall aufbrechen – vielleicht zum Mond, vielleicht darüber hinaus, auf jeden Fall aber den Blick schweifen lassen. Science Fiction wird das Schwerpunktthema auf Arkanil sein. Mit Texten über SciFi-Spiele möchte ich einen kleinen Beitrag leisten, um dieses Thema etwas populärer zu machen.

Am Anfang steht die Frage: Was ist überhaupt Science Fiction?

Diese Frage ist schwieriger zu beantworten als es auf den ersten Blick scheint. Ist Star Wars Science Fiction? Wenn sich Luke Skywalker und Darth Vader mit ihren Lichtschwerter duellieren, scheint das weniger Science Fiction zu sein und mehr Fantasy vor einer Weltraum-Kulisse.

Zum Auftakt der Science-Fiction-Wochen auf Arkanil geht es daher um genau diese Frage: Was ist Science Fiction?

12 Kommentare zu “Zum Mond und darüber hinaus – SciFi-Wochen auf Arkanil

  1. Oho! Sehr interessant!
    Ich bin gespannt was dann hier in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird.

    Bin selbst gerade durch The Void und Eclipse Phase auf einem kleinen Sci-Fi Trip.

    1. Die beidne Spiele habe ich mir auch schon angesehen und die werden auf jeden Fall demnächst auch erwähnt. 🙂

  2. Sehr coole Idee! 🙂 Bitte mehr davon!

    Als alter Sci-Fi-Hase (ST:TNG, DS9) und RPG-Neuling (v.a. DSA) bin ich schon mal
    sehr gespannt!

    Gibts da neben den bekannten Marken (Star Wars RPG) auch „kleinere“ oder einfachere (=für Anfänger)?
    Hat jemand von euch schon mal „Raumhafen Adamant“ ausprobiert? Ist auch SCiFi, habs aber noch nie gespielt…

    So nebenbei: Es gab auch mal ein englischsprachiges Star Trek RPG, fällt mir gerade so ein…

    1. Da gibt es sogar jede Menge. 🙂
      Das Nova-Rollenspiel hat Arkanil ja hier auf seinem Blog schon vorgestellt.

      Was ich dir empfehlen kann ist The Void:
      http://rpg.drivethrustuff.com/product/117563/The-Void-Core-PDF?filters=0_0_0_0_40050
      Ein Spiel Sci-Fi angelehnt ist an die Alien-Filme, Event Horizon oder Dead Space. Wenn Du diese Richtung magst. Das Regelsystem ist ganz in Ordnung und nicht sonderlich komplex.

      Komplexere Systeme haben übrigens mMn nichts damit zutun das sie sich an erfahrenere Spieler richten würden. Es gibt so einige eher regelarme Systeme die aber so ungewohnt sind (Fate z.B.) das einem selbst langjährige Erfahrung nichts nützt. 🙂

      Das Star Trek System war von Decipher und war meiner Meinung nach leider nicht so wirklich zu gebrauchen. Ich halte Star Trek aber ohnehin für kein gutes Rollenspielsetting.

  3. Oha! Na da bin ich ja schon einmal sehr gespannt auf die Beiträge der nächsten Tage und Wochen. Einen meiner Lieblinge, Eclipse Phase hat Zwart ja schon kurz erwähnt. Jetzt wo mich der ganze „Neue Regelwerke Wahnsinn“ bei den Fanatsy RPGs die ich hauptsächlich am Schirm hatte etwas nervt habe ich auch mein CONTACT Grundregelwerk wieder ausgegraben. Interresant wäre vielleicht auch eine Betrachtung der WH40K Rollenspiele, da macht das Setting ja quasi einen Spagat zwischen Fanatsy und Science Fiction.

    Aus der eigenen Erfahrung: Es scheint mir deutlich schwerer Spieler für ein SciFi Rollenspiel zu begeistern als für die gewohnte Fantasy Kost. Zumindest ich habe das bis jetzt noch nicht geschafft, obwohl mir persönlich diverse Settings sehr zusagen.

      1. Naja, ich hatte bisher noch keine Gelegenheit es tatsächlich auszuprobieren. Vom ersten Eindruck her gefällt es mir aber. Das mag daran liegen, dass es taktischen Kampf wie bei den alten (und einigen neuen) UFO / X-COM spielen verspricht, und bei denen komme ich einfach ins schwärmen. Mein Intresse wird also wohl nicht nur durch das Regelwerk geweckt.

  4. Hallo Zwart

    Danke dir für den Tipp! Ich schau mir „Nova“ und „The Void“ mal an…
    „Fate“ kenn ich auch gar nicht – nur muss das in meinem Fall nix heissen, da ich nicht viele RPGs kenne. 🙂

    ZITAT: „Ich halte Star Trek aber ohnehin für kein gutes Rollenspielsetting.“

    Das würd ich so nicht sagen. Im Star-Trek-Universum gäbe es unzählige spannende Abenteur: Erkunden ferner Planeten, Knüpfen neuer extraterrestrischer Beziehungen, Suchen & Finden eines abgestürzten Raumschiffs, Finden eines Doppelagenten in den eigenen Reihen etc etc (solange man nicht irgendeinen Kinofilm nachspielt, was ziemlich öde wäre & das Setting auch nicht nötig hätte)

    Man muss da vielleicht eher an die Welt (und die Werte) von DS9, Voyager und Enterprise denken. Die haben alle versucht, die Erde/die Menschen/die Föderation nicht als ein hamonisches Bündnis dazustellen, sondern voller Spannungen und Probleme. In den letzten jahren (vor der Absetzung) hat man da doch allerhand Ecken & Kanten hinzugefügt, damit die Autoren mehr Möglichkeiten für Stories hatten.

    Und wenn ich erst ans HOLODECK denke !!!
    Da hätte man punkto Zeit & Ort wahrlich „unendliche Möglichkeiten“ !!! …Okay, das wäre dann was für den Erweiterungsband 123! 🙂

  5. Bin gespannt! Seit donnerstags wieder Star Trek: Enterprise auf tele 5 läuft, bin ich auch wieder im SF-Fieber. Es gibt/gab viele Star-Trek-Rollenspiele: von Fasa (deutsch von FanPro), Last Unicorn Games, Decipher – und Prime Directive von Amarillo, letzteres in verschiedenen Versionen. Ich will demnächst mal die GURPS-Variante ausprobieren. Von Last Unicorn gab es sogar einen Holodeck-Quellenband. Wobei ich so Rollenspiel-im-Rollenspiel-Situationen eher verwirrend finde.

  6. Schade ist dabei eigentlich nur, dass jedes SF-Setting genau eine Antwort auf die Zukunft bietet. Wenn man sich dort erst einmal wohnlich eingerichtet hat, ob bei der StarFleet, dem Jedi-Orden oder… ist der Zauber dahin.

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