Nur teurer? Oder zu teuer? Die Entwicklung der DSA-Preise
Selbstverständlich war früher alles besser. Früher hat die Kugel Eis 50 Pfenning gekostet. Das war die gute alte Zeit. Heute werden an der Eisdiele für eine Kugel nicht selten mehr als zwei Euro aufgerufen. Das ist fast so skandalös, wie die Forderung von 40 Euro für ein DSA-Abenteuer.
40 Euro! Das sind 20 Kugeln Eis. 20 Kugeln! Das lasse man sich mal (Achtung, Wortspiel) auf der Zunge zergehen. Früher, in der – wie erwähnt – guten alten Zeit, kostete eine DSA-Abenteuer noch 12,80 Mark. 12,80 Mark! Ein Schnapper! Umgerechnet in Eiskugeln waren das damals… hm… 25 Kugeln…
An dieser Stelle beginnt der Eiskugel-Abenteuer-Vergleich zu hinken.
Heute kostet ein typisches DSA5-Abenteuer, eine Regionalbeschreibung oder ein Regelband mit etwa 128 Seiten 39,95 Euro. Ob dieser Preis angemessen ist, hängt natürlich von der Perspektive ab. Fest steht jedoch: Die Preise sind im Lauf der Jahre deutlich gestiegen.
| Jahr | Preis für eine DSA-Seite im Durchschnitt |
| 2002 | 0,15 |
| 2003 | 0,17 |
| 2004 | 0,14 |
| 2005 | 0,16 |
| 2006 | 0,17 |
| 2007 | 0,16 |
| 2008 | 0,14 |
| 2009 | 0,21 |
| 2010 | 0,18 |
| 2011 | 0,15 |
| 2012 | 0,17 |
| 2013 | 0,17 |
| 2014 | 0,17 |
| 2015 | 0,18 |
| 2016 | 0,22 |
| 2017 | 0,22 |
| 2018 | 0,22 |
| 2019 | 0,22 |
| 2020 | 0,23 |
| 2021 | 0,28 |
| 2022 | 0,28 |
| 2023 | 0,31 |
| 2024 | 0,31 |
| 2025 | 0,31 |
Vor 25 Jahren lag der Preis für eine DSA-Seite im Durchschnitt bei rund 15 Cent. Mit leichten Schwankungen änderte sich daran lange Zeit wenig. Vor zehn Jahren dann begannen die Preise deutlich anzuziehen. Heute kostet eine DSA-Seite rund 31 Cent.
Nun sind nicht nur DSA-Bücher und Eiskugeln im Lauf der Zeit teurer geworden. Wer hin und wieder Supermärkte oder Tankstellen aufsucht, weiß, wovon die Rede ist. Die Verbraucherpreise allgemein sind seit 2002 um 57 Prozent gestiegen. Doch DSA-Produkte haben sich mit rund 100 Prozent stärker verteuert als die allgemeine Inflation.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Papier und Druck sind teurer geworden. Rollenspielbücher sind außerdem ein Nischenprodukt mit begrenzten Auflagen, sodass sich die Herstellungskosten nicht so leicht über große Stückzahlen verteilen lassen. Hinzu kommt der hohe gestalterische Anspruch vieler DSA-Bücher, etwa bei Layout, Illustrationen und Ausstattung.
Ob 40 Euro für ein DSA-Standardbuch angemessen und zukunftsfähig sind, müssen letztlich die Käufer entscheiden. Für Rollenspieler bleibt damit vor allem die Frage: Ist das Buch wirklich 40 Euro wert? Oder hol ich mir doch lieber 20 Kugeln Eis?

Ich finde das ein Problem für die Zugänglichkeit des Rollenspiels. Immer mehr Produkte werden nach meinem Eindruck für ein älteres Publikum herausgebracht die selbst nach meiner Vermutung zum großen Teil nicht mehr regelmäßig spielt, aber zumindest aus Nostalgie die Bücher kauft. Jugendliche die neu mit den Hobby anfangen haben es schwer mit dsa und der Produktpolitik. Klar muss ein Verlag wie Ulisses seine Mitarbeiter*innen bezahlen. Aber ich frag mich schon wie nachhaltig das ganze ist, wenn jüngere Leute eher zu DnD greifen.
Sehe ich wie Queery
Der große Preissprung (außerhalb von Corona) kam bezeichnenderweise mit Erscheinen der 5. Edition – seither wird viel mehr als früher in Marketing und Optik investiert. Die Einstiegshürde ist aufgrund nicht nur des Preises, sondern vor allem auch der Masse des Materials immens, das Gatekeeping-Potential dementsprechend. Für Neuspieler meiner Ansicht nach ziemlich unattraktiv.
Wenn ich mir was wünschen darf: mach doch auch mal eine Tabelle mit „publizierte Seiten pro Jahr“, da wird’s uns auch den Schalter raushauen, denke ich.