24 Stunden in Khunchom – Nachbetrachtung

AB 170 - Drachenschatten - Urheber: Arndt DrechslerDas zweite Abenteuer der Drachenchronik liegt (fast) hinter uns. Mit „24 Stunden in Khunchom“ nimmt die Kampagne langsam an Tempo auf – oder sollte an Tempo aufnehmen. Denn wie schon an anderen Stellen und von anderen Personen beklagt, ist das Abenteuer nicht gerade ein Glanzlicht der DSA-Geschichte.

Drei Punkte sind es, die mir bei der Spielleitung eher negativ ins Auge gefallen sind.

(Und wer das Abenteuer noch als Spieler erleben möchte, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen. Denn es gilt: Achtung, Spoiler!)

Hasrabal ante portas? Nix da!

Sultan Hasrabal ist der Plotaufhänger, der Gegenspieler der Helden, dessen Machenschaften es zu unterbinden gibt. Leider nimmt Hasrabal in dem Abenteuer eine zweifelhafte Rolle ein. Denn

  • die Gründe für sein Handeln sind fragwürdig.
  • sein Handeln ist dilettantisch oder unlogisch.
  • er kommt im Abenteuer kaum vor.

Über die ersten beiden Punkte hätte ich hinwegsehen können, wenn es im Abenteuer wenigstens ein paar schöne Szenen mit ihm gegeben hätte. Aber Hasrabal bleibt fast immer unbemerkt im Hintergrund. Selbst bei seinem (einzigen) großen Auftritt, dem Einbruch in die Akademie, begegnen ihm die Helden nicht.

Die Person Hasrabal hat für die Helden und die Abenteuerhandlung nur eine untergeordnete Bedeutung. An manchen Stellen wirkt seine Anwesenheit sogar eher störend oder zumindest verwirrend. Aus diesem Grund habe ich ihn aus dem Abenteuer gestrichen und als Gegenspieler einen Verschwörer auf der Jagd nach der Birscha-Rolle eingesetzt. Damit gibt es zugleich einen Brückenschlag vom ersten zum dritten Abenteuer der Kampagne.

Oh, was für ein schöner Film

Die Geschichte von „24 Stunden in Khunchom“ ist reizvoll, doch leider bleibt für die Heldengruppe selten mehr als die Rolle von Statisten oder Handlagern. Es gibt Vorlesetexte die über eine halbe Seite füllen. In solchen Szenen sind die Helden passive Zuschauer, während die Handlung an den Spielern wie in einem Film vorbeizieht.

Es war nicht immer ganz einfach, die Helden eine aktivere Rolle einnehmen zu lassen. Einige Szenen habe ich ändern, streichen oder ergänzen müssen.

Ist das noch die Drachenchronik?

„Sollte Ihnen dieses Abenteuer nicht zusagen, können Sie es auch weglassen“, so steht es im Vorwort zu „24 Stunden in Khunchom“. Und tatsächlich lässt sich die Drachenchronik auch ohne das Abenteuer spielen. Die Handlung hat kaum Berührungspunkte mit den anderen Abenteuern der Kampagne.

Das ist nicht nur schade, sondern auch eine vergebene Chance. „24 Stunden in Khunchom“ hätte der eigentliche Kampagnenauftakt sein können. Ein Abenteuer, das den Helden einen Eindruck von dem vermittelt, was droht und was es zu verhindern gilt. Hier hätte die Motivation für die restliche Kampagne entstehen können.

Doch nicht nur die Drachen-Erscheinungen am Ende des Abenteuers, sondern das ganze Abenteuer verpufft ein wenig im leeren Raum.

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