Gesammelte Stimmen zu “An fremden Gestaden”

Es ist alles noch viel schlimmer. Vor ein paar Tagen habe ich das erste Uthuria-Abenteuer “An fremden Gestaden” rezensiert. Das Fazit war ernüchternd. Allerdings hatte ich in dem Text geschrieben, dass ich ein Abenteuer meist erst nach dem Spielen umfassend beurteilen kann.

An fremden Gestaden” werde ich aber wahrscheinlich niemals spielen. Um meinen Blick auf das Abenteuer etwas umfassender gestalten zu können, habe ich in den vergangenen Tagen nach anderen Meinungen zu “An fremden Gestaden” gesucht. Und ich muss sagen: Es ist alles noch viel schlimmer.

Es gibt zwar vereinzelt positive Einschätzungen. Die Mehrheit kommt jedoch zu dem Urteil: Es ist ein völlig vermurkstes Abenteuer. Einige dieser Stimmen habe ich im Folgenden zusammengestellt. Aber Achtung: Hinter den Links verbergen sich häufig Spoiler.

Gesammelte Stimmen

Thamors Rezension auf Nandurion:

Ich bin enttäuscht. Sehr sogar. Zwar muss man dem Abenteuer einige gelungene Ansätze zugestehen, doch bei den entscheidenden Punkten wurde viel Potential verschenkt.
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Insgesamt ist das Abenteuer viel zu überladen. Wo man im ersten Kapitel und eingeschränkt auch im zweiten Kapitel kürzen könnte, fehlt im dritten Kapitel der Platz an allen Ecken und Enden.
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Man merkt dem Abenteuer an, dass es mit heißer Nadel gestrickt wurde. Im Präludium und ersten Kapitel eröffnete Erzählstränge werden im dritten Kapitel nicht fortgeführt. Und es gibt einige logische Fehler im Handlungsverlauf sowie eine verwirrende Struktur. An fremden Gestaden wirkt einfach unfertig.

Rabastan im DSA4-Forum:

Klassicher Auftakt mit Anwerbung, erfrischendes Micromanagement bei der Vorbereitung für die Fahrt ins Ungewisse, eine abwechslungsreiche Überfahrt mit Entdecken von Inseln und Widrigkeiten der See und ein (noch nicht komplett gelesener) dritter Teil, indem viel, viel Potenzial verschenkt wurde und der Meister die Entdeckung Uthurias hauptsächlich selbst und mit wenig Hilfe stemmen muss.

Inanna im DSA4-Forum:

Die Ankunft in Uthuria mit dem Kampf gegen den exotischen Feind ist klassische Abenteuerkost, aber die Gruppen, die lieber Uthuria erforschen wollen würden (und das angesichts der bisherigen Werbung auch mit gutem Recht erwarten dürfen), werden sich wohl leicht veräppelt vorkommen.

Keideran Labharion im DSA4-Forum:

In An fremden Gestaden wird die Optionalität zur Beliebigkeit. Und Beliebigkeit ist der Henker einer guten Erzählung, mag sie nun frei oder stringent sein. Vor allem, wenn diese Optionalität keine spürbaren Konsequenzen hat. Das fängt etwa bei der Mannschaftszusammenstellung an.
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Flair – das fehlt mir am meisten in An fremden Gestaden. Am stärksten kommt es noch im zweiten Teil auf (charmanter Old-School-Bonus), aber ansonsten zerfasert es zwischen seinen generischen Versatzstücken und Allgemeinplätzen. Das ist teilweise auch dem Aufbau geschuldet.
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Generell empfinde ich, dass zu viele Sachen zu kurz kommen, zu vage umrissen bleiben oder schlicht zu generisch sind. Es hätte dem Band besser getan, auf den dritten Teil zu verzichten, denn so kommt auch dieser zu kurz.

Erneut Thamors Rezension auf Nandurion:

Der größte Moment des Abenteuers – will man meinen – ist der Augenblick, in dem die Heden zum ersten Mal ihren Fuß auf den fremden Kontinent setzen.
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Schaut man sich die Karte an, so schippern die Helden hierfür erst einmal einige hundert (oder mit dem Originalmaßstab sogar zwei- bis dreitausend!) Meilen an der Inselkette entlang, um diese Region zu erreichen. Ein halbes dutzend großer und bestimmt hunderte (nicht eingezeichnete) kleinere Inseln voller Exotik und Abenteuer warten auf ihre Entdeckung! Nicht. Denn zu diesen Inseln gibt es im Abenteuer ganze vier Sätze.
(…)
Die Mängel (beginnen) schon auf der Seereise, (…) werden offensichtlich bei der nicht beschriebenen Anlandung in Uthuria, frustrieren bei den fehlenden Szenariovorschlägen zu uthurischen Inseln, werden unterstützt durch fehlerhafte und nicht vorhandene Karten und finden ihren Höhepunkt in einem Fluch, der Schifffahrt entlang der Küste unmöglich macht. Man könnte also sagen: An fremden Gestaden ist kein Entdeckerabenteuer.

Kommentar von Di Piastinza auf Nandurion:

Eine obszön übertriebene Dimensionierung des Kontinents – per Luftlinie entdpräche das der Strecke Lissabon – Wladiwostok – Alaska, also irdisch praktisch der gesamten Alten Welt!

Varana im DSA4-Forum:

Es wird nicht so wirklich klar, wo das Finale des Abenteuers stattfinden soll (weil man offenbar eine Karte abgedruckt hat, die für ein völlig anderes Produkt entstanden ist), aber um zum Finale zu kommen, muß man irgendwas zwischen 1000 und 2000 Meilen durch den Dschungel reisen.

Vibarts Voice im DSA4-Forum:

Für 1000 Meilen quer durch den Dschungel benötigt man laut WdE ca. 200 Tage, wenn man sich nicht verläuft…

Kommentar von Joerg auf Nandurion:

Hab das gute Stück bei mir daheim liegen und werde wahrscheinlich außer einem Teil der Überfahrt nichts davon verwenden.
Leider muss ich sagen, ich habe es geahnt – und es ist typisch für die neu entdeckte “Professionalität” bei Ulisses. Einfach unterirdisch und mein Geld nicht wert.

Nazir ibn Yussuf im Vinsalt-Forum:

Wenn das professionell ist, will ich die verkrusteten Stümper von früher sofort wiederhaben! Das war sauberer, ausgereifter und preiswerter auf einmal. Es gab weniger, das ist das einzige. Aber da ich eh nicht viel brauche und das Mehr so teuer bezahlt wird, Preis wie Qualität, ist das kein Manko.

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