DSA hat viele Fans. Doch gibt es immer weniger Fans, die sich einbringen, mitgestalten und die Entwicklung des Schwarzen Auges kreativ und konstruktiv begleiten. Oder täuscht das?

Was ist los mit der DSA-Community? In den Foren plätschern die Threads vor sich hin. Die DSA-Gruppe auf Facebook ist kaum mehr als eine Kurze-Frage-kurze-Antwort-Pinnwand. Wiki Aventurica hat das Tempo gedrosselt. Nandurion war auch schon mal aktiver, andere Blogs ebenso (diesen eingeschlossen). Über alle digitalen DSA-Kanäle hinweg entsteht der Eindruck: Es fehlt an Themen und Interesse. (Linktipp: Sinkende Teilnahme bei Abstimmungen im DSA-Forum)

Woran es nicht mangelt: An Let’s Plays, Spielberichten und – mit Abstrichen – Rezensionen. Die gibt es massenhaft. Aber Gespräche, Diskussionen und Austausch über Regelfragen hinaus? Häufig Fehlanzeige.

Tatsächlich scheint sich Lethargie breitgemacht zu haben. Viele Menschen spielen zwar mit Begeisterung DSA. Vielleicht sogar so viele wie lange nicht. (Wer kennt schon die Zahlen?) Weniger Menschen aber scheinen sich für die Entwicklung von DSA zu interessieren.

Die DSA-Community spielt und konsumiert. Mit Fragen der Produktpolitik, Spielkonzeption, Redaktionsplanung oder Hintergrundgestaltung beschäftigen sich aber scheinbar immer weniger Personen.

Das wirft vor allem zwei Fragen auf:

  • Was sind die Ursachen für das Erschlaffen der Community?
  • Was sind die Folgen?

Über die Ursachen lässt sich nur mutmaßen. Doch es gibt mehrere Theorien.

Die Ursachen

Die Keine-Zeit-Theorie: Der ohnehin kleine Kreis aktiver DSA-Community-Mitglieder ist durch eine zufällige Häufung persönlicher Gründe weiter geschrumpft.

Die Alles-ist-gut-Theorie: Mit DSA5 hat Ulisses den Druck aus dem Kessel genommen. Die überwiegende Mehrheit der DSA-Community ist mit der 5. Edition zufrieden. Es besteht kaum Bedarf für Diskussionen.

Die Nicht-hier-aber-woanders-Theorie: Es wird immer noch über DSA geredet, gelacht und gestritten, auch über grundsätzliche DSA-Themen. Doch die Medien haben sich geändert. Foren und Blogs sind out. Der Austausch ist kleinteiliger und weniger öffentlich organsiert.

Die Ich-gebe-es-auf-Theorie: Irgendwann ist nicht nur alles gesagt. Irgendwann ist sogar alles von allen gesagt. Der x-te Blogbeitrag über den irrwitzig hohen DSA-Produktausstoß oder die unsinnig kleinteiligen Regeln will irgendwann niemand mehr lesen oder schreiben.

Die Ich-bin-dann-mal-weg-Theorie: Nicht erst seit DSA5, vorher schon hat die Verlagspolitik von Ulisses Spiele viele aktive Mitglieder der DSA-Community ernüchtert. Immer mehr von ihnen haben sich zurückgezogen und sich anderen Systemen oder ihrer eigenen DSA-Variante zugewandt.

Und die Folgen?

Die Folgen einer erschlafften DSA-Community sind schwer einzuschätzen. Das Schwarze Auge lebt von der Kreativität seiner Fans. Sie haben über viele Jahre nicht nur die Entwicklung begleitet, sondern DSA und Aventurien mitentwickelt. DAS war immer offen für den Input der Community. Diese niedrige Schwelle zur Mitgestaltung ist lange Zeit ein Wesensmerkmal des Schwarzen Auges gewesen, vielleicht sogar das Wesensmerkmal.

Mit dem Rückzug der Community verliert sich dieser Charakter zunehmend. DSA wird zu einem „normalen“ Spiel, dessen Gestaltung allein in den Händen des Verlages liegt. Verstärkt wird dieser Trend dadurch, dass Ulisses die Gestaltung der Spielwelt zunehmend in andere Bahnen lenkt.

Der vor einigen Jahren erfolgte Umbau der Redaktion, die Fanrichtlinien, das Scriptorium Aventuris – all diese Maßnahmen zielen in diese Richtung. Es ist ein Schritt in Richtung größerer Professionalisierung. Wer an den Wildwuchs früherer DSA-Jahre denkt, wird darüber nicht nur traurig sein. Doch das offene, das anarchische, das chaotische und eben auch vielstimmige DSA der früheren Jahre hatte seinen Reiz.

42 Kommentare zu “Das Erschlaffen der DSA-Community

  1. Ulisses hat es einfach geschafft, die DSA-Community zu Konsumenten zu entwickeln, die sich mit regelmäßigen Produktnneuheiten und bei kostenpflichtigen Exklusivangeboten wohlfühlen. Warum noch fragen, kritisieren oder selbermachen?

  2. Meiner Erfahrung nach findet tatsächlich gerade ein starker Wandel statt, wo über DSA diskutiert wird. Es geht weg von Foren, hin zu Facebook und Youtube. Die DSA-Facebookgruppe, die ich Anfang des Jahres mitgegründet habe, hatte schon nach 2 Monaten mehr Beiträge pro Tag als jedes mir bekannte deutschsprachige Rollenspielforum. Und auch auf Youtube wird in den Kommentaren und Livechats der Kanäle fleißig diskutiert.
    Allerdings ist der Diskussoinsstil ein etwas anderer: Die Technik erschwert es, sich monatelang über ein einzelnes Thema auszutauschen, dafür rutschen Dinge zu schnell im Feed nach unten und geraten in Vergessenheit, und die Themen werden zu wenig organisiert. Das ändert natürlich auch ein wenig, worüber geredet wird.
    Aber gerade z. B. auf Facebook gibt es dann eben auch ab und zu Diskussionen, bei denen sich Mitglieder der DSA-Redaktion einmischen und ihre Sicht der Dinge preisgeben, oder nachfragen, wie bestimmte Dinge bei den Fans angekommen sind. Die Diskussionen haben sich zwar auch ein wenig gewandelt, aber vor allem hat es der Ort, wo sie stattfinden.

    Ob Ulisses weniger Fanbeteiligung möchte? Ich glaube eher, sie versuchen, das stärker zu organisieren. Das ist, nach dem Debakel des DSA5-Betatests, auch völlig verständlich. Die DSA-Community ist nicht so klein, dass man alle fragen könnte, und wenn man sich zum Beispiel nur an die ganzen alten Hasen in den teils inzwischen einfach etwas angestaubten Foren wenden würde, würde dies meiner Erfahrung nach am Großteil der Rollenspieler vorbeigehen, die eben heutzutage auch anders spielen als früher.
    Stattdessen führt Ulisses jetzt ja beispielsweise Abenteuer ein, bei denen man zurückmelden kann, wie sie ausgegangen sind – und je nachdem, entwickelt sich die Geschichte Aventuriens anders weiter. Hier würde ich sogar eher von einer Demokratisierung der Entscheidungsfindung sprechen.

    Und wieso das „Scriptorium Aventuris“ dazu führen soll, dass die Gestaltung der Spielwelt stärker in den Händen der Redaktion liegt, das müsstest du mir noch erklären 😉

    1. Wie Du richtig schreibst, organisiert Ulisses die Fanbeteiligung anders/stärker. Das „Scriptorium Aventuris“ ist da nur ein Randaspekt. Unterm Strich sehe ich die Tendenz, dass es eine stärker zentralisierte Form der Fanbeteiligung gibt. Kurz gesagt: Für mich verfolgt Ulisses mit der Fanbeiteilung mittlerweile vor allem ein Top-Down-Ansatz.

      Der frührere Zustand war eher gekennzeichnet durch zahlreiche dezentrale Fanprojekten und Fanseiten, die sich austauschen und ggf. punktuell zusammenarbeiten. Die Initiative ging stärker von den Fans aus. Da war mehr Freiheit, aber auch mehr Chaos. Für DSA und Aventurien war das nicht immer gut, aber es war auch kreativ. Für mich war das eher ein Bottom-Up-Ansatz.

      Seit einiger Zeit sehen wir den Wandel von Bottom up zu Top down, gesteuert von Ulisses. Ich will das gar nicht werten. Aber es ist eben ein Wandel und es führt zu einem anderen DSA.

      1. Naja Arkanil. Viele deiner Punkte sehe ich genauso. Für mich hat das
        1. auch viel damit zu tun, dass Ulisses inzwischen viel, viel aktiver und auch weniger Verlags-Mäßig sondern Fanszeniger Kommuniziert. Das ist erstmal ja sehr erfreulich, hat aber m.E. auch den Effekt, dass weniger Spielende auf die Idee kommen andere (Fan-)Projekte zu nutzen um an Informationen zu kommen und damit auch weniger in diesen Projekten hängen bleiben.
        2. Gibt es viele Projekte aus DSA 4.1. Zeit, bei denen sich die Frage stellt, ob sie den Umbruch zu DSA 5 wirklich schaffen. Das war damals von 3 auf 4 wirklich ganz stark so, dass viele dem Umschwung letztlich nicht geschafft haben. Bei uns bei Nandurion z.B. würd ich schon sagen, dass wir daneben Leute zu finden die wieder mehr Zeit haben ganz aktiv versuchen müssen mehr Leute einzubinden, für die DSA5 das bevorzugte Regelsystem ist in dem sie auch aktiv Spielen. Das ist einfach ne andere Perspektive als größtenteils DSA4.1. Spieler*innen zu haben, die einzelne Aspekte von DSA5 besser oder schlechter finden. Also ich glaub da erleben wir jetzt eine Erschlaffung von vielen 4.1.ern denen was da alles bei 5 passiert einfach auch nicht mehr so viel Zeit Wert sein kann und die „neue Generation“ hat noch nicht überall ihren Weg in die Projekte gefunden oder halt einfach ihre alternativen Aufgemacht.
        Aber: Gegenläufige tendenzen berücksichtigst du dann doch etwas zu wenig, bzw. bügelst da etwas drüber. Das ist m.E. auch ausdruck davon, dass viele aus unserer Generation für bestimmte Sachen dann doch nicht so offen sind. Im Scriptorium erscheinen total viele auch gute Sachen. Und es ist für die breite an DSA-Spieler*innen nun viel einfacher was eigenes zu Produzieren und eigentlich (wenn man von der Unübersichtlichkeit absieht) auch leichter für eine xbeliebige Spieler*in auf diesen Fankram zuzugreifen. Aber viele grad aus unserer Generation nehmen sich gar nicht die Zeit das alles durchzulesen und zu würdigen was da Veröffentlicht wird. Obwohl das doch immer der zentrale Punkt der Fanseitigen gestaltung von Aventurien war: Nicht die Diskussion der Verlagspolitik oder das einmischen darein, sondern ganz viele Selbstgeschriebene Abenteuer und Hintergrund-Klitzekleinchen und Spielhilfen, die auch von vielen Spielenden im eigenen Spiel genutzt werden. Wir haben uns deshalb bei Nandurion schon vorgenommen mehr Rezensionen zu Scriporium-Produkten zu veröffentlichen.

      1. Btw. könntest du einen Feed nur für die DSA Geschichten erstellen? Dann kann unser Hans das grabben und du bekommst pro News nen Thread 🙂

  3. Jupp, kann ich so unterschreiben.
    Also auch was mich persönlich angeht: Früher immer mitgemischt in den Foren, Wettbewerbe mitgemacht, eigene Projekte gestartet – jetzt gar nicht mehr.
    Das betrifft auch einige Leute aus meinem Umkreis.

    Ich kann den Grund bei unsereins hauptsächlich am Erscheinen von DSA5 festmachen.
    Denn: Wir selbst spielen 4.1. und sind so reichlich mit Abenteuern eingedeckt, dass wir da sicher noch gute 15-25 Jahre dran spielen können. Wir haben mit unserem Spiel vor Borbarad begonnen und sind immer noch kurz vor der Krise. Das wirklich aktuelle Aventurien ist daher für uns etwas von dem wir nur äußerst bedingt Ahnung haben. Und mit jedem neuen Abenteuer und jedem neuen Aventurischen Boten wird es unwahrscheinlicher, dass wir jemals aufholen.

    An DSA5 haben wir gar kein Interesse. Deshalb haben wir auch den Bezug zur aktuellen Community eingestellt – wir verfolgen nicht mehr, was es bei DSA Neues gibt und beschäftigen uns mit unserem immer noch Lieblingshobby eher unter uns – aber das immer noch quasi jeden Tag! (Abzüglich der lästigen „Ich muss Geld verdienen“-Sache…) 😀

    Ist wohl eine Mischung aus „Die Nicht-hier-aber-woanders-Theorie“ und der „Ich-bin-dann-mal-weg-Theorie“ (bei uns aber definitiv erst ab DSA5! Mit der Verlagspolitik hat es wenig zu tun).

  4. Die alten Hasen bleiben bei DSA4.1 und haben sich vom extensiven Ausstoss überflüssiger Produkte verabschiedet. Es geht uns gleich wie vielen: Wir haben nicht mehr soviel Zeit zum Spielen und kommen zeitlich schon längst nicht mehr der aktuellen Zeitschreibung hinterher, wir stecken noch im Borborad-Kampagnenland fest. Ein Umstieg auf DSA5 bringt uns nicht mehr Spass oder Freude und darum lassen wir es sein. Inzwischen haben wir auch aufgehört, die neuen Produkte zu kaufen, da der Vorrat an Ungelesenem und Ungespieltem zu gross ist. Zudem fehlen mir meine Orientierungs-Grössen seitens Verlag, mit denen ich DSA verbunden haben, die jetzigen Autoren haben für mich kein Gesicht und sind nicht fassbar. Daher macht man mit seiner kostbaren Zeit anderes als online seinen Senf dazugeben (das ist mein erster DSA Post seit über einem Jahr).

  5. Hmmm….interessantes Thema. Ich gehöre ganz eindeutig zu Kategorie 2 – Alles ist gut. DSA4 war für unsere Gruppe eine absolute Katastrophe! Wir haben es mit Begeisterung ernsthaft so vier bis fünfmal versucht – Es hat ums Verrecken nicht funktioniert.

    An DSA5 habe ich auch nach 1 1/2 Jahren rein gar nichts zu bemängeln. Ich selber bin darüber am meisten erstaunt, bin ich doch eher der Analyst und mäkele spätestens nach dem dritten Abenteuer am System rum, weil man dann merkt was geht und vor allem; was nicht geht.

    Wir spielen DSA5 in einer recht gemischten Truppe – Alte Hasen die 1985 mit dem Hobby und mit DSA angefangen haben, Spieler die auch Erfahrung mit Dutzenden anderer Systemen haben und Spieler, die frisch mit DSA5 ins Hobby eingestiegen sind. Trotz anfänglicher Skepsis bin ich restlos begeistert und freue mich auf jede neue Veröffentlichung.

    Allerdings war ich auch vorher nicht so sehr an Forumsdiskussionen interessiert. Unser DSA4 Problem wurde z.B. nicht dadurch gelöst, dass man in Foren abstruse Theorien über Fanpro und deren niederträchtige Firmenpolitik lesen konnte.

    – Oder noch abstrusere Hausregeln vorgeschlagen bekam.
    – Oder erklärt bekam, warum das Hobby, so wie man es betreibt sch..ße ist.
    – Oder seitenlange Traktate warum System x besonders toll oder besonders untoll ist. Hier hat mich immer schon der missionarische Eifer beindruckt, mit der solcherlei Meinung vertreten wurde. Verstörend….

    Meiner Erfahrung nach bilden Rollenspielforen mehr oder weniger Echokammern, indem Menschen sich ihre oft irrelevanten Meinungen gegenseitig um die Ohren hauen. Wem nutzt das was? Warum sollte das dem Hobby dienlich sein? Was „lebt“ hiervon?

    Eine Ausnahme bildet für mich das Tanelorn. Stelle ich hier eine konkrete Frage zu einem konkreten Thema, habe ich bisher immer eine saubere und hilfreiche Antwort erhalten. An Diskussionen und sogenannten „Flame Wars“ (?) beteilige ich mich nicht.

    Vielleicht ist es ja so, dass sich zwischenzeitlich die Einsicht eingestellt hat, dass die ganze Forums-Diskutiererei niemandem was bringt. Will man zusätzliches Material zur Verfügung stellen, kann man das Scriptorium nutzen. Sogar ganze alternative Regelansätze sind dort zu finden. Fragen kann man im Ulisses-Forum stellen und die werden schnell und hilfreich erklärt.

    Und selbst wenn ich an DSA5 etwas nicht mögen würde: Was ändert es, wenn ich meinen Unmut in einem Forum einstelle? Was erwarte ich davon? Das Ulisses die Regeln ändert? Das ich „denen“ mal richtig einen reingewürgt habe? Trost und Zuspruch der Gemeinde? Als wir gemerkt haben, dass DSA4 für uns nicht funktioniert, haben wir was anderes ausprobiert.

    1. Jedes Unternehmen ist froh über Feedback (bzw. sollte es sein). Rückmeldung der Kunden ist unglaublich wertvoll und viele Unternehmen geben Unsummen aus, um an die Meinung der Kunden zu kommen.

      Mein Eindruck ist, dass auch Ulisses sehr genau schaut, was an Rückmeldung von den Fans über die unterschiedlichen Kanäle kommt. Da wird natürlich differenziert. Aber wenn der Unmut der Fans über einen bestimmten DSA-Aspekt sehr groß zu sein scheint, reagiert Ulisses durchaus.

  6. Ich verstehe leider nicht ganz was für inpit du dir wünscht. Fragen in Foren verschiedenster Art kommen doch quasi täglich, ob nun auf der Drachenzwinge, bei Facebook oder im DSA Forum. Was brauchst du denn für input damit wir nicht „erschlafft“ sind in deinen Augen?

    Oder wolltest du nur polarisieren mit diesem Blogbeitrag und brauchst Kommentare 😀

    1. Es geht nicht um Fragen, sondern um Austausch, Zusammenarbeit und Mitgestaltung. Eine Community (oder besser: Gemeinschaft) ist ja mehr als die Summe der Einzelpersonen. Es geht in einer Gemeinschaft gerade auch um das Miteinander und das Zusammen (gemeinsame Projekte, Gespräche, Diskussionen, Initiativen – ausgehend von eben dieser Gemeinschaft). Momentan sehe ich davon nur wenig, oder deutlich weniger als vorher.

  7. Tja, was soll man sagen. Gefühlt ist die Community schon kleiner geworden. Als ich damals begonnen habe mich wieder für DSA zu interessieren war richtig was los. Es gab Wettbewerbe zu allen möglichen Themen noch und nöcher. Mitlerweile ist es in dieser hinsicht, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, ziemlich still geworden.

    Fanrichtlinien und Scriptorium sehe ich nicht als etwas negatives, allerdings sind diese Werkzeuge alleine nicht geeignet eine Community am Leben zu erhalten. Vor allem die Menge an Feedback die man in letzterm erhält scheint mir erschreckend niedrig. Die Downloadzahlen scheinen mir im Vergleich etwa zum Orkenspalter Archiv auch eher bescheiden (wobei die auch dort im Laufe der Jahre zurück gegangen sind).

    Ich werfe dann mal die „Henne-Ei-Theorie“ ins Rennen. Wenn keiner was zu den Community Inhalten sagt, warum soll ich dann noch welche schreiben? Wenn keiner was schreibt was mich intressiert, warum soll ich dann noch was sagen?

    Oder vielleicht ist es auch die „Zutiefst gespaltene Gesellschaft-Theorie“ die zutreffende (Also wenn Politiker über sowas schwafeln können, warum dann nicht auch Rollenspieler)? Wer mit DSA5 zufrieden ist redet nicht viel darüber. Wer lieber mit anderen Regeln, egal welche, spielt, redet erst recht nicht über DSA5. Die hitzigen Wortgefechte des Editionswechsels sind vorüber, also schweigt man sich jetzt entschlossen an, oder so ähnlich?

    Hach, ich weiß nicht. Die Frage die mich wirklich intressiert ist eher, wie haucht man der Community wieder etwas mehr Leben ein? Wieder mehr Wettbewerbe vielleicht? Von der community für die Community, gewissermaßen? Sollte die Redaktion mehr Interesse an Community Inhalten zeigen? Ich hoffe zumindest, dass man das Scriptorium nicht nur ins Leben gerufen hat, damit nicht mehr so viele Exposes von den Fans bei der Redaktion eintrudeln …

  8. Schöner Beitrag Arkanil, danke dafür ! 🙂
    Auf mich und meine Gruppe fällt die „Ich-bin-dann-mal-weg-Theorie“.
    Das aktuelle Aventurien hat seinen Reitz vollkommen verloren. Seit der Drachenchronik verfolgen wir das aktuelle Zeitgeschehen auch sehr unregelmäßig. Wir bleiben lieber bei DSA 4.1 und haben mehr als genug Abenteuer (auch Selbsterdachte) um uns nie wieder mit DSA5 beschäftigen zu müssen. Für mich spielt auch der Kostenfaktor eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ich habe für DSA4 mehr als genug Geld ausgegeben, nochmal werde ich das bestimmt nicht machen.

  9. In der Tat ein interessanter und etwas beunruhigender Artikel, denn tatsächlich habe ich auch seit einiger Zeit etwas Angst um das lebendige Aventurien, um die DSA-Fankultur, den Rollenspiel-Nachwuchs. Wo vor drei Jahren noch jedes neue Abenteuer, jedes Buch, jeder Ort, Charakter und jedes Ereignis penibel in der Wiki Aventurica gepflegt wurden, herrscht heute erschreckend viel Stillstand. Wer sich heute wo in welchen Foren rumtreibt kann ich nicht beurteilen, da ich selbst nie sonderlich aktiv in Foren unterwegs war, aber wenn ich mir die oberflächlichen Diskussion auf Facebook oder unter Youtube-Videos durchlese, fasse ich mir häufiger an den Kopf.

    Meine Hauptangst sind aber eher die Veröffentlichungen: Mit dem Abschluss der Splitterdämmerung-Kampagne und der völligen Konzentration auf DSA5 steht die aventurische Geschichte praktisch still. Die bisher erschienenen Abenteuer sind inhaltlich nett und schön gestaltet, aber meist auch genauso vergessenswürdig. Die heiß erwartete Theaterritter-Kampagne hat mich sehr kalt gelassen, wer auf „the next next big thing“ gewartet hat, wurde erwas enttäuscht.

    Alle paar Jahre mal eine Stadt plattzumachen, ist halt nicht meine Vorstellung von Epik! Zumal der schwammige Sternenfall bis heute nicht interessanter geworden ist und mir die Redaktion bisher nicht glaubhaft vermitteln konnte, dass sie weiß in welche Richtung es gehen soll. Mir fällt heute beim besten Willen kein interessanter noch lebender DSA-Bösewicht ein – alle „guten“ Bösen sind nach und nach dahingeschlachtet worden, ohne für adäquaten Nachwuchs zu sorgen. Alle DSA5-Abenteuer stehen ungespielt bei mir im Schrank, und beim Großteil fehlt bei mir aktuell völlig das Verlangen, sie irgendwann wieder hervorzukramen.

    Die erinnerungswürdigsten Abenteuer in DSA waren schon immer die Kampagnen: Orkland-Trilogie, Jahr des Greifen, Phileasson, G7, Simyala, Jahr des Feuers liegen hinter uns. Wildermark, Drachenchronik und Splitterdämmerung stehen uns noch bevor. Ich hoffe, dass, wenn wir in ca. 10 Jahren damit durch sind, endlich eine mitreissende DSA5-Kampagne mit interessanten Charakteren, denkwürdigen Plothooks und der notwendigen Epicness erschienen ist. Und dass mit den spannenden Kampagnen auch die Spieler wieder aktiv werden und am Ball bleiben. Und ein paar neue Spieler gewonnen werden können. Denn es wäre schade, wenn unser schönes Hobby langsam einschlafen oder aussterben würde.

  10. Ich denke das Erschlaffen ist auch ein wenig auf die Veröffentlichungspolitik zurückzuführen (speziell bei uns gepaart mit der Keine-Zeit-Theorie). Früher hatte man ein Regelwerk zur Magie und was da nicht drinstand musste gehausregelt werden. Kurz nachdem das Buch draußen war war einem dies klar und man machte sich an die Arbeit. Heute denkt man sich „na gut, die Regeln kommen dann bestimmt in Magie 2 oder 3 oder…“ Da ist die Motivation eigene Regeln zu erarbeiten doch deutlich geringer, weil sie vermutlich irgendwann durch offizielle Regeln abgelöst werden.

  11. Früher gab es stets irgendetwas Großes am Horizont, das zu Vorfreude oder Spannung geführt hat (JdF, TNBT, Splitterdämmerung etc). Auf Cons wurden tolle Produkte in Aussicht gestellt – auch wenn sie dann nicht immer erschienen sind. Aber jetzt? Keine interessanten Kampagnen, keine neu angekündigte Regionalspielhilfe in Aussicht. Hin und wieder schau‘ ich in’s Ulisses-Forum und hoffe auf neue Previews, aber finde nichts. Mit der Zeit verlier‘ ich deshalb mehr und mehr an Interesse an DSA und verfolge dessen Entwicklung auch immer weniger.

    1. Naja aber ich hoffe dir ist klar, dass es eine sehr subjektive Betrachtung aus einer bestimmten Perspektive ist. Dieses früher war alles besser müssen wir schon etwas kritisch Reflektieren. Auch was weiter oben gesagt wurde. Viele der Abenteuer oder Kampagnen waren nicht so gut wie wir sie in Erinnerung haben oder sind durch viel arbeit von uns erst brauchbarer geworden. Auch damals gabs Leute denen die Entwicklung der DSA-Welt irgendwann weggelaufen ist und nur in der Zeit vor Rabenmund oder vor Borbarad weitergespielt haben. Das ist ja auch vollkommen gut so. Nur deshalb muss nicht alles schlecht sein was jetzt da ist. Also wenn du sagst dass keine tollen Produkte in Aussicht stehen z.B.. Grad was ein gut gestalteter Regionalhintergrund angeht hab ich zu den Regionalspielhilfen wenig negatives gelesen. Eher ist es so dass ich und ihr nicht mehr hinterher kommen die neuen Regionalsachen zu lesen, obwohl sie z.T. ziemlich gut sind. Und was die Hintergrundplotts angeht die am Horizont stehen ist das m.E. auch sehr stark ansichtssache. Ich weiß wenig über die aktuellen Plots, weil ich noch weit davor spiele und mir den Spaß nicht nehmen will das irgendwann innerspielweltlich zu erleben. Aber vor sowas wie der Borbarad- Krise wo einigen auch mal hin und wieder auf die Nerven gegangen ist wie überspitzt (überlebensunmögliche Untotenhölle wo die Frage war wie die sich selbst am leben hält oder Vergewaltigungs-Oron) unser Aventurien umgestaltet wurde und wie reihenweise geliebte NPCs dran glauben mussten war doch Aventurien auch ein schöner Ort, ohne das irgendwo immer ne Mega-Kampagne am horizont winkte. Die aktuelle Entwicklung in den einzelnen Regionen bietet Mega viele Ansatzpunkte für viele kleine Konflikte und Plots, die ich am Spieltisch gestalten kann. Nur: Wir sind nicht mehr die die das immer mitkriegen.

  12. Nicht nur erschlaffend, sondern auch massiv schrumpfend und überalternd…

    Früher gabes in meiner Gegend DSA-Gruppen ohne Ende, und man bekam die Abenteuer und Boxen in jedem Spielwaren-Laden. Erst war letzteres irgendwann vorbei, weil schon FanPro nicht in der Lage war, die Händler vernünftig zu bestücken/zu beliefern.

    Dann konnte man selber dab zusehen, wie die Gruppen immer älter wurden und kaum Nachwuchs dazu kam, weil man nicht mehr auf DSA aufmerksam wurde. Eine neue Gruppe zu finden ist mir hier seit über 2 Jahren nicht mehr gelungen, und schon davor bin ich zum Spielen aus der Gegend von Bielefeld bis nach Oberhausen gefahren um eine Gruppe auftun zu können. Dassieht woanders kaumbesser aus, und selbst wennsich nur aus jeder 2. Gruppe einergefunden hat, der in derCommunity aktive wurde, kann man sich ausrechnen, was das letztlich bedeutet^^

    Heute gibt es hier noch 2 mir bekannte Gruppen, und in beiden liegt der Altersschnitt über 35 Jahre… und in dem Alter hat man meist genug anderes um die Ohren….

    1. Ja das Problem kommt mir bekannt vor. Ich bin zwar der festen Meinung das es noch genug Spieler gibt, nur sie zu finden ist die Krux. Spielerzentrale.de ist zwar ne schöne Idee…aber wird viel zu selten genutzt.
      Und ich spreche von Rollenspielrunden im generellen denn ich bin was das System angeht sehr offen.

      Wir (Meine Frau und Ich) haben lange gebraucht um ein paar Spieler zu finden..in den letzten 5 Jahre waren es diese:
      Da war eine Splittermond Runde die nur 5 Termine überstanden hat bevor die ersten ausgestiegen sind.
      Und einige Oneshots aus denen nie mehr geworden ist.
      Aktuell Meister ich noch eine DSA 4.1 Runde, aber mich nerven die Regeln zu sehr an + zu unterschiedliche Erwartungshaltungen am Spieltisch -> Die wird also demnächst eingestellt.
      Dann noch eine DnD5 Runde die allerdings nur alle ca 1,5 Monate mal nen Termin findet weil…ja alle Ü30 und andere Termine.

      Btw. Onlinerunden sind irgendwie nicht unser Fall, wir sitzen lieber zusammen an einem Tisch.

    2. Bei den Boxen in den Läden sollte man nicht vergessen, dass die nur aufgrund des Drucks einer großen Spielwarenfirma – Schmidt-Spiele – da zu finden waren: Wenn ihr unsere Spiele kaufen wollt, stellt auch von unserem neuen Produkt -DSA – Kram hin! FranPro wäre sicher in der Lage gewesen zu liefern, aber was nicht von Händlern geordert wird …

  13. @Arkanil Ich kann dir oben nicht mehr antworten, aber der Feed ist aktiv und Hans verrichtet sein dunkles Werk 🙂

    Was mir noch einfiel – ich habe 2011 zu dem Thema schon mal was in meinen nicht weiter verfolgten Blog geschmiert „Warum ich mich von DSA entfernt habe“ 🙂

    https://zorni.wordpress.com/2011/08/14/warum-ich-mich-von-dsa-entfernt-habe/

    So war das damals bei mir – seitdem spiele ich kein DSA mehr. Wobei das nur einer der Grüne war. Damals hat sich viel ungutes getan in der Ära Truant, das ging mir so dermaßen auf die Nerven, dass auch dies ein großer Aspekt war.
    Dahingehend hat sich mittlerweile bei Ulisses viel verbessert, das muss man schon fairerweise sagen. Dem Scriptorium in der heutigen Form stehe ich dennoch sehr skeptisch gegenüber.

    1. Danke.

      Und nur am Rande: Das Kommentieren ist nun in zusätzlichen Ebenen möglich (7 statt 4). Ein Antworten auf meinen obigen Kommentar sollte nun möglich sein.

  14. Danke für den interessanten Artikel. Kann nur meine persönliche Sicht schildern. Unsere Gruppe hat ungefähr 2009 aktiv mit DSA 4.1 und der Borbarad Kampagne begonnen. Als Meister, der vorher noch nie DSA geleitet hat, habe ich mich ziemlich tief in die Community zu der Zeit gehängt um alles Mögliche aufzusaugen. Mein Gefühl war, das zu dieser Zeit die Community zwar sehr fragmentiert, aber recht aktiv war, besonders auf Alveran.org.

    Der Bruch, der die Dinge änderte, war für mich gefühlt die Auflösung der Redaktion, Wachholz-Gate und dann die Schließung von Alveran.org. Dannach wurde ‚professionalisiert‘, was zu Anfang, aus Community-Management Sicht, wirklich übelst schlecht gehandhabt wurde, wobei man Ulisses aber im Nachhinein auch Umdenken und Lernfähigkeit bescheinigen muss.

    Die nächste Änderungsphase dann die DSA5 Beta, die wirklich nochmal Aufbruchsstimmung geschürt hat und wieder zu spürbarer Aktivität und neuer Motivation geführt hat. Uhm tja … wie diese Fan Leidenschaft dann verdaut und umgesetzt wurde ist bekannt. Nach dem Beta Release hatte ich ehrlich gesagt keine Hoffnung das Ulisses das Qualität und Spielspass liefern würde.

    Das DSA 5 Grundregelwerk hat da noch mal neue Hoffnung keimen lassen, aber die Produktpolitik sowohl in Organisation von Crunch und Fluff sowie Menge an ausgeschütteten Produkten hat dann unser Interesse auch schon wieder im Keim erstickt. Warum? Es ist völlig utopisch unsere bestehenden Charaktere in den nächsten 2-4 Jahren von 4.1 auf 5 zu konvertieren, da die Grund-Regeln nicht vollständig sind. Und selbst wenn, ist das neue System aus meiner Sicht für eine langjährige Kampagne mit hoch-AP Charkteren unleitbar. 4.1 ist besser als sein Ruf, und dank Heldensoftware / Meister Gester gut zu verwalten. Die Crunch Kanone, die kontinuierlich bei DSA 5 mit Micro-Buffs (+1 nach Hartwurtsverzehr etc.) befeuert wird, mag ja dem detailverliebten Simulationisten gefallen, aber auch nur in der Theorie. Am Spieltisch ist das für Meister ein Alptraum (ohne Ende, da ja noch mindestens 40-80 Publikationen mit Crunch anstehen). Gerade im Hoch AP-Bereich greifen die Qualitätsstufen nicht mehr richtig und die Micro-Buffs sind nur irrelevantes Hintergrundrauschen.

    Unser Fazit, DSA 4.1 funktioniert (auch bei hohen AP), Heldensoftware läuft solide. Software Unterstützung für DSA 5 scheint utopisch (Heldensoftware ist raus, und wer wollte unentgeldlich versuchen wollen die konfuse DSA 5 Fokusregel I/II-Sonderbuff+1 aus Waffenband 12 der Region Thurnanien (im Spätherbst) auch programmieren wollen).

    Das Gegen-Argument ist, muss man ja alles nicht benutzen. Ich weiss, aber mal ehrlich: Es gibt keine Grundregelbasis nach der man den Großteil der Charaktere erstellen könnte. Alles ist vermischt und verbreit.

    Deswegen haben wir aufgehört DSA 5 Produkt nach dem ersten (von drei! ach vielleicht vier!!!) Zauberbänden zu kaufen. Das aktuelle Aventurien rückt in mythische Zukunft, und worüber die Hardcore Community im Moment auch disputiert ist für uns irrelevant, ja auch teils unverständlich geworden (weil oft auch der Kontext fehlt). Meta-Plot sieht nach den aktuellen Boten auch eher langweilig aus, wobei mir die Abenteuer teils gefallen was man so nach durchblättern sagen kann.

    DSA wurde professonalisiert, ja ich würde sagen auch ein wenig ge-Pathfindert (Spielerhandbuch IV irgendwer?). Was aus Verlagssicht ja auch durchaus Sinn ergibt und auch seine Käufer findet. Ist das für den Schrank oder findet es auch steigende aktive Spielerschaft? Ich weiss es nicht, aber die abnehmende Lautstärke der Community spricht eher dagegen. Es ist Top-Down getrieben, da gebe ich Arkanil völlig Recht. Es fehlt ein wenig die liebenswerte Bodenhaftung der früheren Jahre, auch gerade weil Amateure beteiligt waren.

    Wenn wir in 4-5 Jahren den Rausch der Ewigkeit erleben, muss ich sagen das ich dann auch von DSA kuriert bin. Dann darf gerne etwas Anderes kommen. Aventurien kann man ja noch wieder besuchen, aber bestimmt nicht mit 4.1 oder 5 (wie auch immer das dann mutiert sein wird).

    1. Ja. Und das ist m.E. das tolle an DSA5. Ich kenn niemanden der in DSA 4.1. mit dem Basisregelwerk gespielt hat. An den Wege-Bänden kamst du nicht vorbei. Und wenn man mit diesem Ansatz zu DSA 5 geht dann wird ma viel Kritikwürdiges finden. Wir Diskutieren z.B. grad ob wir unseren langjährigen 4.1. Chars zu 5 konvertieren wollen und ich seh da nur Verlustpotenzial. Aber wenn ich mit DSA 5 starte, dann reicht das was das Grundregelwerk bietet größtenteils aus um ein gutes Rollenspiel zu machen. Und Bastler können sich noch verfeinern. Aber anders als oben beschrieben kann man mit einem eher lowleveligen Regelwerk auch Hochstufige Charaktere über lange Zeiträume spielen, sie werden sich nur wahrscheinlich anders Entwickeln als bei 4.1. und erlangen der x Sonderfertigkeit geht in 5 auch als Charakterziel, aber viele Runden werden da vielleicht eher zu nem anderen Spielstil gedrängt. An einigen stellen ist der Anspruch alles mit den Basiregeln spielen zu können leider nicht wirklich konsequent umgesetzt. Aber insgesamt sind die Erweiterungsbände und (Erweiterungsregeln im Grundregelwerk) tatsächlich so dass ich mir denke: Brauch ich nich umbedingt.

      1. Nur dass der Vergleich DSA4.1 Basisregelwerk zu DSA5 Basisregelwerk etwas hinkt. So weit ich mich erinnere war das 4er Teil nämlich mit dem Rest des Regelwerks nicht voll kompatibel. Das kaum jemand 4.1 nach Basis Regeln gespielt hat würde meiner Meinung nach eher daran liegen.

        Wenn man bei 5 gerne mal auf Fokusregeln verzichtet würde ich das eher mit der durchausgängigen Art vergleichen nach der 4.1 von vielen Gruppen gespielt wird. Da wird dann auch gerne auf diverse Optional und Expertenregeln verzichtet.

        Trefferzonen? Distanzklassen? Ausdauer & Erschöpfung? Detaillierte Lernregeln? Das sind nur die Sachen die mir sofort einfallen, auf die bei unserer 4er Runde etwa verzichtet wird, bzw. die nur manchmal situationsabhängig angewendet werden, wenn sich in einer Situation tatsächlich ein mehr an Spielspass daraus ergibt.

      2. Mit Grundregeln oben meinte ich auch nicht das 4.1 Basisregelwerk. Das ist ein seltsam insulares Basisprodukt das nicht aufwärts kompatibel ist. Haben wir nie benutzt. Mit 4.1 Basis meine ich also den Ansatz der in den Wege Bänden beschritten wurde. Eine Charaktererschaffungsbuch, ein Fertigkeits/Kampfregelbuch, ein Buch für Karmale und Arkane Kräfte. Dieser Ansatz enthält auch einiges an Optionalregeln, z.B. die Ausdauer (hat jemals wer damit gespielt?) und anderes wie Trefferzonen. Von einigen Dingen mal abgesehen ist mit den vier Bänden eine solide Basis geschaffen mit denen alle möglichen Charaktere erschaffen und bis in hohe Stufen gespielt werden kann. Die Kosten um dieses Grundregelwerk zu besitzen ist überschaubar. Bei DSA 5 ist das dramatisch anders. Um auf die gleiche Breite an Charakteren und Entwicklungsmöglichkeiten zu kommen werden voraussichtlich 7-8, vielleicht sogar mehr Bücher benötigt. Die Kosten um auf dem Level zu spielen sind mindestens doppelt, wenn nicht sogar 3-4 mal höher. Ist der erwartete Spass daraus 3-4 mal höher sowohl für Meister als auch die Spieler? Unser Fazit ist nein. Was nicht heissen soll, das man das auch anders sehen kann. Ich finde für die ersten Produkte ist Ulisses leider etwas über das Ziel hinausgeschossen. Vor allem mit dem Kompendium (10 Verschiedene Trefferzonensysteme und zwei benötige Bücher um sie anwenden zu können? Das ist krass. In 4.1. ist das ganze Trefferzonensystem auf zwei Seiten im WdS implementiert).

        In dem Post geht es ja auch nicht um 4.1 vs. 5, sollten wir jetzt hier nicht ausufern lassen. Mein Argument ist aber das sowohl die Produktpolitik und Community Einbindung unter DSA 5 ganz deutlich anders ist, und ich glaube das es deswegen ruhiger geworden ist.

  15. Ich hab sogar das Gefühl das ist nicht nur auf DSA zu beziehen. Um 2012 rum war ich viel in DSA Foren unterwegs und hab mich über die Teilweise interessanten Diskussionen gefreut. Aktuell hab ich die Nase voll vom Regelmonster DSA und bevorzuge leichtere Kost -> allerdings sieht es da ähnlich aus was die aktiven Foren angeht. Recht wenig mit Substanz, hier und da eine Regelfrage das war es dann.

    Kann sein das sich die Diskussionen an andere Stelle verlagern, dann ist mir allerdings auch nicht klar wohin. Ich bin vielleicht auch zu alt geworden? Facebook und Co. kann mir den Buckel runter rutschen, ich ziehe ein ordentliche Strukturiertes Forum einfach vor.

    1. Vielen Dank für deinen Artikel Engor.

      Ich nutze aber mal Arkanils Kommentarfunktion, da selten bis gar nicht bei dir im Blog kommentiert wird und ich hier hoffe nicht im Äther zu verschwinden. Auch ein interessanter Gedankengang gerade von mir…

      Deine referenzierten Seiten und auch Der Dereblick produzieren ja keine neuen Inhalte. Das ist erstmal weder gut noch schlecht. Rezensionen sind ja erstmal nur eine Beobachtung. Was ist gut und was ist schlecht. Richtig gut gefallen haben mir immer die Rezi’s von Salaza und im speziellen diese hier von „Ärger im Eis“

      https://rezensionen.nandurion.de/2013/12/19/arger-im-schwarzen-eis-salazas-theriak-infusion-fur-eisleichen/

      Man ist unzufrieden mit einem Produkt und schriebt das auch (Aktueller Status vieler Blogs und Rezi Seiten) und bietet neuen Content als Lösung an (Fehlt). Das zweite sehe ich dann als Erschlaffen der Community.

  16. Ich denke die Herausforderung liegt darin das lebendige Communities im gewissen Umstand sowohl fortwährendes Engagement, Einsatz als auch Arbeit erfordern. Häufig wird dies, pro Gemeinschaft von einer eher übersichtlichen Anzahl von engagierten Fans geleistet.

    Das dem so ist, respektive das es auf den Schultern weniger ruht, geht allerdings häufig in der Energie der Gemeinschaft unter. Es wirkt so als wären Communities Selbstläufer und als würden sie von allen Mitgliedern gleichzeitig getragen.

    Wenn die jeweiligen Organisatoren jedoch weniger aktiv sind. Weil ihnen die Ideen ausgehen, das Leben sie überholt, der Enthusiasmus zu einem neuen Spiel oder Hobby wechselt, oder aus anderen Faktoren, besteht das Problem das die Aktivität herunter geht. Gerade wenn es keinen Nachfolger gibt, der auch weiß das er damit quasi das Staffelholz bekam.

    Normalerweise sollte sich das geben, wenn sich wieder jemand mit frischer Energie und Arbeitswillen findet.
    Als Verlag kann man da, meiner Einschätzung nach, nichtmals allzuviel machen. Sofern man keinen begabten Community-Manager findet und einstellt.
    Zumindest so meinen Erfahrungen im „Welt der Dunkelheit“-Bereich nach.

  17. Ich denke dass alle Theorien zutreffen, und in der Summe ein recht treffendes Bild zeichnen.
    Die damit skizzierte Katastrophe sehe ich allerdings nicht, da für mich persönlich vor allem eine Variante der Alles-ist-gut-Theorie zutrifft:
    Jeder bekommt, was er braucht.

    Freunde von mir, die DSA5 toll finden, bekommen dort mindestens so viel wie sie brauchen – mehr schadet nicht, und mit dem was es gibt sind sie zufrieden. Ihnen kommt auch das hohe Publikationstempo entgegen, dank dem niemand lange auf ein fehlendes Buch warten muss.

    Ich war begeistert von der Einbindung der Community bei der Erschaffung von DSA5 und konnte mich einbringen, vom Ergebnis war ich frustriert und habe nun keinen Grund mehr das zu tun. Ich bin also in der Hinsicht nicht zufrieden, mir fehlt aber auch nichts.

    Mit DSA4 bin ich in jeder Hinsicht gut versorgt. Lücken in Abenteuern und Regeln wurden durch Fan-Projekte geschlossen, Hausregeln diskutiert meine Runde heute noch nach Bedarf. Die notwendigen Tools liegen vor, und eine verlangsamte Entwicklung ist nicht so schlimm – alles Wichtige ist ja schon umgesetzt.
    Es mag sein dass es nicht mehr viel Beteiligung gibt, aber so lange all das wertvolle Wissen der Liebhaber, die Gedanken und Werke der letzten Jahre und Jahrzente nicht offline sind, haben sie einen großen Wert:
    Jeder der darauf zugreifen will, kann das.

    Damit bin ich einem Aspekt, der die Metadiskussion selbst betrifft:
    Die Erwartungen sind gestiegen.
    Natürlich ist es spannend, wenn ein Fan-Abenteuer frisch veröffentlicht wird, eine Regel gerade auf dem Prüfstand steht oder eine Rezension diskutiert wird. Für ich (und vermutlich viele andere Spieler/Leiter) zählt aber vor allem das Ergebnis. Erst ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung hat ein Fan-AB, ein Tool oder sonst ein Beitrag einen Wert für andere und der ist heute nicht geringer als direkt nach der Erscheinung. So lange es noch neue Erscheinungen gibt, steigt der Gesamtwert der Summe aller Fanprodukte. Dass er heute langsamer steigt als früher, ist für mich das gute Zeichen, dass der drängendste Bedarf gedeckt ist. Was aber den Wert des Vorhandenen nicht mindert! Zu vielen Themen gibt es mittlerweile umfassende, nahezu vollständige Spielhilfen und Artikel. Jetzt noch mehr zu fordern, bezeichne ich als gestiegene Erwartung, weil selbst nach all dem Vielen Guten das wir haben, immer noch nach mehr verlangt wird. Die ursprünglichen Erwartungen wurden erfüllt – wir haben ein umfassendes Nachschlagewerk mit der Wiki Aventurica, georeferenziert im Dereglobus. Es gibt Tools zum Verwalten eines Helden (Heldensoftware) und zum Leiten kompletter Gruppen (MeisterGeister). Nachrichten liefert Nandurion jede Woche, oft mehrfach, von dort kommen auch Übersichten zu Werken von Fremdseiten (Index Scriptorium). Blogs und Vlogs klären über jedes denkbare Thema auf, noch mehr Input findet sich in den großen Foren, Let’s Plays lassen an den Abenteuern anderer Gruppen teilhaben. Es gibt Spielhilfen, Hausregeln, Abenteuer zu Hauf bei Orkenspalter, offizielle Publikationen sind ordentlich angekündigt und werden schnell aus mehreren Sichten rezensiert.
    Wir haben alles.
    Was wollt ihr noch?

    Aktivität ist kein Selbstzweck – das denke ich mir immer wieder, wenn das xte Forenrollenspiel gestartet wird, um Inhalte zu generieren.

    Die Qualität der neuen Publikationen ist stark gestiegen, in der Summe auch der Umfang. Da gibt es einfach weniger Bedarf für Nacharbeiten und Ergänzungen aus der Community. Der noch offene Bedarf ist nicht so groß wie beim „vollständigen“ DSA4, die Regionalbeschreibungen von damals kann man großteils auch heute noch verwenden, ebenso wie viele Abenteuer. Bis DSA5 als vollständig angesehen werden kann, wird sicher auch der Fanprodukt-Garten drumherum gewachsen sein.

    Was ich mir nach dem Foren-Aufruf zu mehr Aktivität vorgenomen habe ist, im Wiki öfter mal ein wenig Mitzuarbeiten. Hier eine Quelle ergänzen, dort einen Artikel rudimentär anlegen. Dass das so einfach sein kann, wurde in dem Beitrag sehr schön gezeigt und hat mich motiviert nicht nur zu konsumieren. Etwas Wartungsarbeit und Optimierungspotential gibt es ja schon noch.

  18. Den Befund möchte ich stark anzweifeln. Man kann doch die Aktivität der DSA Community nicht daran festmachen, wie viele Personen beim DSA-Forum über Abenteuer abstimmen? Das liegt doch daran, dass allgemein die Foren aussterben (Facebook sei „Dank“).

    Aus dem Artikel spricht vor allem Früher-war-alles-besser-Nostalgie und Kulturpessimismus.

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