Helfen Spielhilfen beim Spielen?

Die SchattenlandeFür wen werden eigentlich die Regionalspielhilfen geschrieben?

Die Frage ist durchaus ernst gemeint.

Kennt jemand eine Antwort?

Vor allem: Kennt jemand eine andere Antwort als “Regionalspielhilfen werden für DSA-Spieler geschrieben”?

Ob sich jemand bei Ulisses schon mal Gedanken gemacht hat, wer die Regionalspielhilfen überhaupt liest? Welche Texte daraus gelesen werden? Wann die Texte gelesen werden? Welche Ansprüche und Interessen der Leser haben könnte?

Wahrscheinlich nicht.

Roman oder Spielmaterial?

Wenn doch, dann müsste die Antwort lauten: Regionalspielhilfen werden für die DSA-Spieler geschrieben, die ein allgemein großes Interesse an der detailreichen Ausarbeitung des Hintergrunds haben, die sich mehrere Stunden Zeit nehmen, um das Buch gründlich zu lesen – und das Gelesene idealerweise auswendig lernen.

Will man eine Regionalspielhilfe auf diese Art nutzen, funktioniert das gut.

Für folgende Gruppe werden Regionalspielhilfen eher nicht geschrieben: Für Spielleiter, die sich zur Vorbereitung auf ein Abenteuer nur die relevanten Abschnitten rasch durchlesen und das Buch ansonsten als Nachschlagewerk am Spieltisch einsetzen.

Will man eine Regionalspielhilfen auf diese Art nutzen, funktioniert das überhaupt nicht gut.

Regionalspielhilfen treiben mich als Spielleiter regelmäßig zur Verzweiflung. Die Texte sind durchaus interessant zu lesen. Doch es mangelt den Büchern vor allem an Übersichtlichkeit. Bis ich den passende Inhalt zur jeweiligen Spielszene gefunden habe, vergehen mitunter Minuten – wenn ich überhaupt fündig werde. Zu häufig sind die wichtigen Dinge in seitenlangen Fließtexten versteckt oder über mehrere Kapitel verstreut.

Viel Inhalt – wenig Nutzen?

Die Regionalspielhilfen sind vollgestopft mit Inhalt. Es entsteht der Eindruck, dass alle Texte, die sich über die Jahre so angesammelt haben, für die Bücher herausgekramt, aneinandergereiht oder durcheinandergewürfelt und dann abgedruckt werden. Eine gewisse Ordnungsstruktur ist dabei zwar erkennbar, aber die Frage nach der Verwertbarkeit scheint bei der Sammlung und Anordnung der Texte nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die kreative Leistung der Autoren und Illustratoren nötigt mir großen Respekt ab. Doch die kreative Leistung kann nicht der einzige Bewertungsmaßstab sein. DSA ist ein Spiel, und Regionalspielhilfen sind Spielmaterial.

Beim Lesen einer Regionalspielhilfen habe ich meist nicht den Eindruck, dass ich ein Spielmaterial in meinem Händen halte. Regionalspielhilfen wirken auf mich wie eine Mischung aus Roman, Begleitlektüre und Studienmaterial, in das ich mich erst einarbeiten muss, bevor ich die relevanten Inhalte für das Spiel verwerten kann.

Warum, frage ich mich häufig, tun Regionalspielhilfen nicht das, was ihr Name verspricht? Warum helfen sie mir nicht beim Spielen?

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