Ich kenne keine Meisterpersonen mehr

Das Land des Schwarzen Auges
Das waren noch Zeiten

Kaiser Hal, Königin Amene, Prinz Brin, Cuanu ui Bennain, Uriel von Notmark, Thesia von Ilmenstein, Waldemar der Bär, Helme Haffax, Tar Honak, Yppolita von Kurkum, Answin von Rabenmund, Dexter Nemrod.

Das sind die Namen, die mir spontan einfallen, wenn ich an meine DSA-Anfänge denke. Damals, zu DSA2- und DSA3-Zeiten, war nicht alles gut. Schon gar nicht war alles besser als heute. Aber eins kann ich sagen: Viele der damaligen Meisterpersonen sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben.

Und jetzt kommt die Liste von Namen, die mir spontan einfallen, wenn ich an aktuelle Meisterpersonen denke:

Kaiserin Rohaja

Ach, und Helme Haffax.

Selbst wenn ich lange, lange nachdenke, fallen mir kaum weitere bedeutende Meisterpersonen ein. Wer regiert über das Bornland? Keine Ahnung. Wie heißt der Herrscher über Al’anfa? Weiß nicht. Das Kalifat? Nostria, Andergast, Thorwal? Puh. Selbst den Herrscher (oder ist es immer noch eine Herrscherin?) des Horas-Reiches kenne ich nicht.

Für meine Unkenntnis gibt es Gründe. Früher habe ich mich mit Begeisterung selbst in die kleinsten aventurischen Details eingelesen. Heute schmökere ich zwar immer noch gerne mal in einem DSA-Buch, doch mit Aventurien beschäftige ich mich nicht mehr intensiv. Dafür fehlt mir manchmal die Begeisterung, meist aber fehlt mir schlicht die Zeit.

Immer mehr Material

Selbst mit größter Begeisterung wäre es mir nicht möglich, mich ähnlich intensiv wie früher in die aventurische Spielwelt einzulesen. Das liegt nicht nur daran, dass ich heute weniger Zeit hätte als früher. Das liegt auch daran, dass es heute deutlich mehr DSA-Material gibt.

Zu DSA2-Zeiten hatten alle Regionalbeschreibungen zusammengenommen weniger als 1000 Seiten. Das war noch überschaubar, zumal es nicht für jede Region einen eigenständigen Band bzw. eine Box gab. Die annähernd flächendeckende Beschreibung Aventuriens kam erst mit DSA3, woraufhin sich die Gesamtseitenzahl der Regionalbeschreibungen prompt auf über 2000 Seiten verdoppelte. Den Trend zur umfassenden und immer detaillierten Beschreibung setzte DSA4 fort. Die aktuelle Reihe der Regionalbeschreibungen umfasst insgesamt über 3000 Seiten.

Seit DSA2 hat sich allein das Material an DSA-Regionalbeschreibungen damit verdreifacht. Mit der blauen Reihe und diversen weiteren Spielhilfen wurde massenhaft zusätzliches Material eingeführt. Allein die Gareth-Settingbox hat fast 600 Seiten. Ganz grob geschätzt, dürfte sich das verfügbare Material an Regionalbeschreibungen, Themenbänden und Spielhilfen seit DSA2 verzehnfacht haben.

Selbst bei größter Begeisterung – wann sollte ich all das lesen?

Immer mehr Metaplot

Das Problem ist aber nicht allein die riesige Menge an Informationen. Zugleich verändert sich Aventurien ständig, Informationen veralten, werden überholt, neue kommen hinzu. Seit DSA2 hat das, was gemeinhin als lebendiges Aventurien oder als Metaplot bezeichnet wird, enorm an Tempo zugelegt.

In der Wiki Aventurica gibt es chronologische Übersichten der aventurischen Ereignisse pro Jahr, mit denen sich schön veranschaulichen lässt, wie der Metaplot immer weiter ausuferte.

So sieht die Zeitleiste für das Jahr 1000 BF aus:

1000 BF

So für das Jahr 1005 BF:

1005 BF

Und das sind alle Ereignisse aus dem jüngst abgelaufenen Jahr 1035 BF, das nicht mal außergewöhnlich ereignisreich war (kein Krieg, kein Borbarad, keine fliegenden Städte):
1035 BF

Der Vollständigkeit halber sollte erwähnt werden, dass es auch früher manch ereignisreiche Jahre gab. Aber das waren Ausnahmen. Selbst wenn vielleicht nicht alle DSA2- und DSA3-Ereignisse detailliert in die Wiki Aventurica eingepflegt worden sind, ist der Trend eindeutig: In Aventurien passiert immer mehr.

Das Lebendige Aventurien – von der Verheißung zur Belastung

In den vergangenen Jahren haben damit gleich zwei Entwicklungen dazu beigetragen, dass mir ein Einlesen in die aventurische Spielwelt schwerer fällt: Immer mehr Material und immer mehr Veränderungen. Im Verhältnis zu der enormen Menge an DSA-Material verändert sich Aventurien viel zu schnell, sind die Informationen viel zu schnell veraltet. Zumindest für mich, denn ich komme nicht mehr hinterher.

Das führt dazu, dass ich mich bestenfalls nur noch oberflächlich mit Aventurien und den aventurischen Meisterpersonen beschäftige. Warum sollte ich mir auch die Mühe machen? Die Informationen sind ohnehin bald wieder veraltet.

Meine Beschäftigung mit Aventurien beschränkt sich mittlerweile darauf, mir bei der Vorbereitung auf ein Abenteuer nur das dafür hilfreiche Material durchzulesen. Mehr nicht. Schade eigentlich, denn das lebendige Aventurien fand ich mal außerordentlich reizvoll.

Aber vielleicht ändert sich mit DSA5 was. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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