Uthuria erscheint nicht bei Prometheus Games

Die Uthuria-Produktreihe erscheint nicht bei Prometheus Games. Wie Ulisses und Prometheus bekanntgaben, haben sich beide Unternehmen wegen „unüberbrückbarer inhaltlicher und konzeptioneller Differenzen“ auf eine Aufhebung der Lizenzvereinbarung geeinigt. Die Uthuria-Reihe wird nun von Ulisses entwickelt und herausgebracht.

Ursprünglich sollte Prometheus Games die Gestaltung des aventurischen Kontinents Uthuria übernehmen. Diese Vereinbarung verkündete Ulisses im vergangenen September auf der RatCon. Die Produktplanung wurde in den darauffolgenden Monaten konkretisiert. Ausführliche Details stellte Prometheus zuletzt im Mai auf der RPC in einem Workshop vor. Das erste ihrer Uthuria-Abenteuer sollte demnach den Namen Am Weltenrand tragen und im September erscheinen.

Unklar ist, ob die Aufhebung der Lizenzvereinbarung plötzlich erfolgte oder der Endpunkt eines sich länger hinziehenden Prozesses war. Für eine plötzliche Entscheidung spricht die Tatsache, dass Prometheus noch am 10. Juli eine Interview-Reihe mit der Uthuria-Redaktion startete. Nach nur einem Interview mit Moritz Mehlen ist die Reihe aber nun beendet. Auf der anderen Seite liefert Ulisses bereits eine sehr konkrete Uthuria-Produktplanung, die keine von Prometheus entwickelten Inhalte oder Konzepte übernimmt.

Ulisses stellt Produktpläne für Uthuria vor

Nach dem schon länger geplanten Abenteuerauftakt An fremden Gestaden, der im August erscheint, soll Ende des Jahres das Abenteuer Porto Velvenya zu kaufen sein. Dieser Band soll die offenen Fäden aus An fremden Gestaden aufnehmen und zugleich der Beginn einer Regionalkampagne mit dem Namen Grüne Hölle sein. Darin können die Spieler in mehreren aufeinander aufbauenden Abenteuern den Norden des Uthuria-Kontinents erforschen.

Die Kampagne Grüne Hölle wird aus drei Bänden mit jeweils 112 Seiten bestehen. Nach Porto Velvenya folgen die Bände mit den Titeln Der Fluch der Blutsteine und Der Gott der Xo’artal. Auch den Aufbau der drei Bücher hat Ulisses bereits festgelegt. Jeder Band wird zu rund zwei Dritteln das Abenteuer beinhalten. Das letzte Drittel beschreibt das Gebiet als Quellenmaterial. Hier sollen sich eine Beschreibung der Region, Abenteuerideen, Artefakte, Archetypen, Regeln, Zaubersprüche, Liturgien und andere Werte finden.

Diese recht weit fortgeschrittenen Planungen sprechen dagegen, dass die Aufhebung der Lizenzvereinbarung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion erfolgte. Über die Hintergründe der Entscheidung sind aber gegenwärtig keine Details bekannt.

Autoren-Nachwuchs schreibt für den Südkontinent

Die Chefredaktion für Uthuria hat Ulisses-Marketingleiter André Wiesler übernommen und wird dabei von Ulisses-Redakteur Alex Spohr unterstützt. Das Autorenteam besteht aus Dominic Hladek, Julian Klippert, Fabian Mauruschat und Tobias Junge.

Alle vier Autoren sind bislang kaum als Verfasser offizieller DSA-Publikationen in Erscheinung getreten. Dominic Hladek war einer der Autoren der Spielhilfe Von Toten und Untoten und hat das Abenteuer Der Fluch des Sultans aus der Anthologie Grabräuber am Mhanadi geschrieben und an den Abenteuern Die Quelle der Geister und Der Fluch des Flussvaters mitgearbeitet. Julian Klippert, Nanduriaten der DSA-News-Seite Nandurion, war einer der Autoren der Spielhilfe Pfad nach Aventurien und hat lieferte Beiträge unter anderem für den Aventurischen Boten.

Fabian Mauruschat und Tobias Junge sind, soweit ich das überblicken kann, bislang noch überhaupt nicht als DSA-Autoren tätig gewesen. Beide haben an zwei für das Rollenspiel Ratten mitgewirkt. Eine Übersicht der Arbeit von Tobias Junge findet sich auf seiner Homepage.

DSA-Spieler reagieren skeptisch

Die Entscheidung, die Uthuria-Lizenzvereinbarung aufzuheben, wird in den DSA-Foren kontrovers diskutiert. Manche Spieler begrüßen es, dass die Planungen für Uthuria und Aventurien nun aus einem Haus kommen werden und dadurch weniger Unstimmigkeiten oder Widersprüche drohen. Meist überwiegen jedoch die skeptischen Stimmen. Durch das Hin und Her in der Lizenzvergabe und der Produktplanung sieht sich Ulisses mit dem Vorwurf mangelnder Professionalität konfrontiert. Zudem hatten sie manche Spieler von Prometheus neue Impulse für die DSA-Welt erhofft.

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