Was ist wohl der Stolz eines jeden echten DSA-Spielers?

Natürlich seine Sammlung von DSA-Büchern.

Mit einem tiefen Gefühl der Befriedigung lassen sich die gebundenen Ausgaben im Regal aneinanderreihen – farblich, thematisch und nach Größe sortiert. Schön ordentlich. Wie es sich gehört. Ein erhabener Anblick, bei dem das Herz eines jeden Sammlers hüpft.

Doch der Weg dahin ist steinig. Die aventurische Produktpalette umfasst eine imposante Zahl von Publikationen: Regelbücher, Regelergänzungen, Quellenbücher, Regionalbeschreibungen, Romane und – natürlich – zahlreiche Abenteuer. Das im November 2010 erschienende Abenteuer „Stadtstreicher“ ist der 181. Band der aktuellen Abenteuerreihe. Einhunderteinundachtzig Abenteuer. Respekt.

Wo sind all die Abenteuer hin?

Doch die Hoffnung eifriger (und natürlich zahlungskräftiger) DSA-Spieler auf eine rasch wachsende Sammlung wird schnell enttäuscht. Regelbände, Quellenbücher und Regionalbeschreibungen sind durchaus in stattlicher Zahl vorhanden. Aber der Blick auf die Auswahl der Abenteuerbände enttäuscht. Über 200 Abenteuer wurden bislang veröffentlicht. Ganze 36 sind zurzeit im F-Shop lieferbar. 36 von über 200 – keine Quote für Freudensprünge.

Zugegeben, Uralt-Abenteuern mit Hack&-Slay-Handlung und kartenspielenden Untoten trauern nur ganz hartnäckige Sammler nach. Und die, die es doch tun, werden mit dem Retro-Band „25 Jahre Das Schwarze Auge“ glücklich, in der diese etwas skurrilen Gruppenabenteuer neu aufgelegt wurden.

Leider ausverkauft

Alrik Normalspieler greift lieber zu den modernen Ausgaben der Abenteuerbände. Oder würde dies gern. Denn schon wartet der nächste Stolperstein. Selbst aktuellere Gruppenabenteuer sind nicht mehr verfügbar. Alles, was älter als zwei oder drei Jahre ist, ist meist vergriffen. Eine wahre Qual für alle von Sammelleidenschaft getriebene Rollenspieler.

Besonders problematisch: Eine DSA-Runde auf der Suche nach ihrem nächsten Kaufabenteuer wird schnell feststellen, dass nicht jedes der 36 verfügbaren Abenteuer gleich gut geeignet ist. Nicht jede Gruppe möchte eine große Kampagne beginnen (Die 7 Gezeichneten, Drachenchronik), neue Länder entdeckten (Reise zum Horizont), es mit einem Heptarchen aufnehmen (Der Unersättliche) oder sich mit archaische Kulturen rumschlagen (Unter Barbaren).

Der Sammler wird zum Jäger

Was also tun?

PDF-Version von Abenteuern zu kaufen, scheidet natürlich aus. Wie soll man die ins Regal stellen? Also bleibt nur die Jagd. Einige DSA-Abtrünnige verkaufen hin und wieder ihre Abenteuer bei Ebay. Allerdings gleicht die dortige Suche nach dem gewünschten Band einem Lotteriespiel.

Bleibt eine letzte Hoffnung:

Es ist zwar etwas sehr oldschool, aber es gibt dort draußen in der offline-Welt tatsächlich noch Ladengeschäfte, in denen DSA-Produkte verkauft werden. Hin und wieder finden sich dort Restbestände von DSA-Büchern, die woanders vergriffen sind.

Gestern hatte ich Glück. Im hiesigen Fantays-Shop gab es noch ein Exemplar des Abenteuers von „Donner und Sturm“. Ist zwar noch nicht ganz so alt, online war es aber nirgendwo mehr zu bestellen. Allerdings meine ich gelesen zu haben, dass eine neue Auflage kommen soll. Egal. Meine Jagd war erfolgreich.

2 Kommentare zu “Von Sammlern und Stolpersteinen

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