Rezension: Spielleiterschirm für Der Eine Ring

Die Rückseite des Spielleiterschirms für Der Eine Ring - Stimmungsvoller geht es kaumEs gibt Rollenspiele, die machen allein durch ihr Artwork Lust aufs Spielen. Der Eine Ring gehört dazu. Der Uhrwerk-Verlag hat sich der ehrenvollen Aufgabe angenommen, das Mittelerde-Rollenspiel ins Deutsche zu übersetzen und bislang das Grundregelwerk und einen Abenteuerband veröffentlicht. Seit Ende Mai ist endlich auch der Spielleiterschirm für Der Eine Ring erhältlich. Und, hach, diese Zeichnungen… Ein Traum.

Die Rückseite des Spielleiterschirms zeigt eine Panoramasicht von Esgaroth, der Seestadt, bekannt aus Tolkiens Der Hobbit. Die Zeichnung ist mit einem Wort: Stimmungsvoll. Wo andere Spielleiterschirme meist nur als schnöder Sichtschutz dienen, verströmt der Spielleiterschirm für Der Eine Ring eine wohlige Mittelerde-Atmosphäre.

Alles auf einem Blick: Das Innere des Spielleiterschirms

Das Innere des Spielleiterschirms zeigt eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Spielmechanismen, farblich sortiert nach Allgemeine Spielmechanismen, Kampf, Soziale Interaktion und Umgang mit dem Schatten. Da Der Eine Ring über ein erfreulich unkompliziertes Regelsystem verfügt, ist hier tatsächlich der Großteil von dem abgedruckt, was im Verlauf eines Spielabends von Bedeutung sein könnte.
Der Spielleiterschirm von Innen
Ein wenig überraschend ist, dass die vielleicht am häufigsten genutzte Tabelle nicht abgedruckt ist: Die Tabelle für die Grundschwierigkeiten im Kampf. Die vier Werte dürfte zwar jeder Spieler nach ein paar Kämpfen schnell verinnerlicht haben, doch in den Spielleiterschirm hätte sie trotzdem gehört – zumal sie kaum Platz benötigt. Für die Regelmechanismen, die nicht im Spielleiterschirm Platz gefunden haben, gibt es immerhin Seitenverweise auf das Regelbuch. Das ist äußerst hilfreich.

Das DER-Grundregelwerk ist nicht gerade ein Vorbild für Übersichtlichkeit. Cubicle 7, der englische Verlag hinter Der Eine Ring, hat sich dafür entschieden, die Regeln in ein Spielerbuch und ein Spielleiterbuch zu unterteilen. Dadurch sind viele Regelmechanismen an zwei unterschiedlichen Stellen beschrieben. In Kombination mit einem sehr groben Index folgt daraus ein ständiges Blättern und Suchen im Regelwerk. Der Schirm sorgt endlich für die lange vermisste Übersichtlichkeit.

Das Seestadt-Quellenbuch

Der Spielleiterschirm für Der Eine Ring kostet 24,95 Euro. Das ist nicht wenig. Doch für das Geld gibt es nicht nur den vierseitigen Hartkarton, sondern zudem ein 32-seitiges Heft. Anders als bei DSA enthält dieses Heft aber keine weiteren Tabellen und Übersichten, sondern ist ein Quellenbuch für Seestadt. Naja, Quellenbuch ist vielleicht etwas übertrieben. Quellenheftlein trifft es bei dem geringen Umfang besser.

Die Karte von Esgaroth, der SeestadtDie Seestadt ist einer der zentralen Spielorte in Der Eine Ring. Das dem Spielleiterschirm beiliegende Heft enthält eine Beschreibung der Stadt, seiner Bewohner und dem alljährlich stattfindenden großen Drachenfest. Diese Informationen sind zwar recht interessant und nützlich, aber letztlich nicht mehr als eine nette Dreingabe zum Spielleiterschirm. Ein wahrer Augenschmaus ist dafür die Stadtkarte von Esgaroth.

Neben der Stadtbeschreibung enthält das Heft weitere Informationen zu den sogenannten Langen Sümpfen nahe Esgaroth und den Kreaturen, die dort lauern. Darüber hinaus werden eine neue spielbare Kultur eingeführt – die Menschen vom See – und ein paar kleinere Regelergänzungen beschrieben.

Wie an anderer Stelle schon geschrieben, benutzt Der Eine Ring ein sehr abstraktes System für Geld. Münzen und Warenlisten spielen keine Rolle, dafür gibt es Schatzpunkte. Da ist manchmal ungewohnt. Für die Spieler, die ihre Vermögen in vertrauter Weise messen möchte, enthält das Heft Richtlinien für die Umrechnung von Schatzpunkten in Goldtaler, Silberpfennig und Kupfermünzen.

Kaufen oder nicht kaufen?

Versteckt himterm Spielleiterschirm für Der Eine RingDer Spielleiterschirm für Der Eine Ring ist ein Pflichtkauf für jeden Spielleiter, der keine Lust auf ständiges Blättern und Suche im Regelwerk hat. Also wohl für alle. Mit 25 Euro Euro ist das Ding zwar kein Schnäppchen, aber man bekommt was für sein Geld. (Erwähnte ich schon die fantastischen Zeichnungen?)

Der einzige echte Kritikpunkt ist das Format. DIN-A4 im Hochformat? Schrecklich. Da kann sich der Spielleiter auch gleich in den Raum nebenan setzen. Das hätte einen ähnlichen Effekt: Ihr seht mich nicht, ich seh euch nicht. Wer will denn so was? Allein dafür, sorry, gibt es einen Würfel Abzug. Aber gut, das ist Jammern auf hohem Niveau. Ansonsten gilt: Kaufen!

Arkanil-Wertung:

Wertung: DER-Spielleiterschirm 5/6

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