DSA5 zwingt Ulisses zu neuen Umgang mit Spielerbeiträgen

DSA5-Design des Grundregelwerks von UlissesWer hier öfter mitliest, wird wissen, dass meine Erwartungen an DSA5 sehr gering sind. Die neue Regeledition wird bestenfalls kosmetische Änderungen bringen, jedoch keine der zahlreichen Mängel des Regelsystems beheben. Verantwortlich dafür ist allerdings nicht der DSA-Verlag Ulisses, der durchaus anders wollte und könnte. Verantwortlich sind die DSA-Spieler, die nicht anders wollen oder nicht anders können und häufig nicht mal wissen, was sie eigentlich wollen.

Das Ergebnis der großen DSA-Umfrage zeigt das Dilemma. Eine deutliche Mehrheit der rund 3900 Umfrage-Teilnehmer sprach sich allgemein für weniger Regeln aus. Wurde jedoch eine konkrete Regel infrage gestellt, stimmte die Mehrheit stets gegen die Abschaffung. Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. An dieses widersprüchliche Meinungsbild fühlt sich Ulisses bis heute gebunden. Das Resultat sind die traurig mutlosen DSA5-Regeln.

Ulisses hat das Problem mittlerweile jedoch erkannt und erste Gegenmaßnahmen in die Wege geleitet. Wie die Kollegen von Nandurion gestern berichteten, soll der Umgang mit den DSA-Spielern auf eine neue Basis gestellt werden. Gerade bei den Rückmeldungen und Diskussionen über DSA5 sei deutlich geworden, dass die gewaltige Flut an Vorschlägen eine Kanalisierung bräuchte. Zu diesem Zweck soll ein sogenannter Ulisses-Spieler-Score (USS) eingeführt werden.

Neue Gewichtung durch Ulisses-Spieler-Score

Der USS, der ein dreistelliger Wert sein wird, soll die Einstufung und Gewichtung von Spielerbeiträgen untereinander ermöglichen. Je höher der USS, desto mehr Gewicht hat die Aussage des jeweiligen DAS-Spielers. Gebildet werden soll der USS über Online-Tests, die Hintergrundwissen und Regelfestigkeit abfragen, durch die Auswertung von Foren-Aktivitäten und durch die Teilnahme an offiziellen Alveraniars-Spielrunden.

Ulisses vollzieht mit dem USS einen längst überfälligen Schritt. So wie zu viele Köche bekanntlich den Brei verderben, so verderben zu viele Spieler ein Spielsystem. Ursprünglich sollte DSA5 ein Gemeinschaftsprojekt von Verlag und Spielerschaft sein. “Nur wenn ihr uns eure Meinung mitteilt und euch aktiv in die Entwicklung (…) einbringt, können wir gemeinsam diese Aufgabe stemmen”, hieß es einst auf der Ulisses-Homepage. Rund ein Jahr Entwicklungszeit ist seitdem vergangen. Mit der Einführung der USS gesteht der Verlag nun endgültig ein: Das Mitmach-DSA ist gescheitert.

Künftig wird die Entwicklung des Schwarzen Auges nicht länger maßgeblich von DSA-Spielern beeinflusst, die nur über wenig Kompetenz und Erfahrungen verfügen. Schon bald bestimmen die Spieler über die DSA-Zukunft, die nachweislich über umfassende Kenntnisse und exzellente Rollenspiel-Fähigkeiten verfügen. Oder in anderen Worten: Wer mehr leistet, hat auch mehr zu sagen. Ganz ähnlich wird es künftig hier auf Arkanil gehandhabt.

USS kommt auch auf Arkanil

Schon länger nerven mich Kommentare von DSA-Spielern, die offensichtlich nur über wenige Rollenspiel-Qualifikationen verfügen. Meinungsfreiheit ist mir zwar durchaus ein hohes Gut, aber es gibt auch Grenzen. Niemand hat schließlich Lust, unqualifizierte Kommentare von Möchtegern-Rollenspielern zu lesen. Ich schon gar nicht.

Sobald Ulisses den USS startet, wird für Kommentare auf Arkanil die Eingabe des Wertes zum Pflichtfeld. Dadurch werden die einzelnen Kommentare gewichtet. Beiträge von Rollenspielern mit hoher USS werden künftig ganz oben stehen, Kommentare von Spielern mit USS unter einer (noch näher zu bestimmenden) Akzeptanz-Schwelle werden automatisch geblockt. Das wird zu einer deutlichen qualitativen Aufwertung der Diskussionen führen und soll mein bescheidener Beitrag sein, um das Thema Rollenspiel in Deutschland professioneller und seriöser zu präsentieren.

Edit: Okay, okay. Das war natürlich nur ein April-Scherz. So wie die äußerst gelungenen Nandurion-Meldung.

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