Rezension – Wege der Alchimie

DSA - Wege der Alchimie - Urheber: Marcus KochElixiere, Artefakte, Zauberzeichen – das Salz in der magischen Suppe. In meiner aventurischen Welt bin ich bislang meist ohne diese Zutaten ausgekommen. Über die Möglichkeit der gegenständlichen Zauberei bin ich mir zwar stets bewusst gewesen, doch zum Einsatz kam sie nur selten. Die Folge war ein manchmal etwas fader Geschmack; es fehlte hier und dort der Pep.

Das neue Regelwerk Wege der Alchimie verspricht Abhilfe. Auf knapp 200 Seiten liefert der Band die nötigen Zutaten, um das Spiel in Aventurien um die besondere Wirkung von Tränken und Pülverchen, magischen Gegenständen und zauberkräftigen Zeichen anzureichern.

Dabei sind Regeln für Alchimie, Artefaktherstellung und Zauberzeichen keine Neuerung. Die gegenständliche Zauberei wurde bereits in Wege der Zauberei und ausführlich in der Regelergänzung Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen behandelt.

Mit dem Kompendium Wege der Alchimie fassen die drei Autoren Chris Gosse, Uli Lindner und Thomas Römer die relevanten Texte zusammen und nehmen kleinere Neuerung vor. Das Ergebnis ist nach eigenem Bekunden „ein Erweiterungsband für die Regeln, die bereits in Wege der Zauberei abgedruckt worden sind.“

Alchimie

Wege der Alchimie gliedert sich grob in vier Kapitel. Der erste Abschnitt behandelt die Magie des Stofflichen – die Alchimie. Nach einer Einführung in Geschichte und Bedeutung dieser Kunst werden auf sieben Seiten ausführlich die Regeln für die Herstellung von Elixieren ausgeführt. Das Regelwerk wurde nach Angaben von Chris Gosse einer Teilüberarbeitung unterzogen, um nicht-akademischen Alchimisten die Ausübung dieser Kunst zu erleichternn

Dieses erste Kapitel –  so viel sei an dieser Stelle bereits verraten – ist der beste Teil des Buches. Die Regeln sind verständlich und interessant präsentiert. Besonders angetan hat es mir der Abschnitt über die verschiedenen Labor-(Austattungs-)Stufen. Das Kapitel über die Alchimie endet mit einer umfangreichen Sammlung von Rezepten, die größtenteils aus Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen bekannt sind, aber um einige neue Elixiere ergänzt wurde.

Artefaktherstellung

Der zweite Abschnitt behandelt die Artefaktherstellung und bietet wenig Neues. Die Regeln für die Herstellung magischer Artefakte wurden teils wortwörtlich aus Wege der Zauberei übernommen. Allerdings sind die Texte an einigen Stellen etwas ausführlicher und die Gliederung ist ein wenig anders. Ob die Regeln größere Neuerungen beinhalten, mögen die Experten für Artefaktherstellung beurteilen. Insgesamt liefert dieses Kapitel einen kompakten Überblick über die Regeln zur Herstellung für Artefakte.

Ergänzt wird der Abschnitt um Experten-Regeln zur Artefaktherstellung und für misslungene und beseelte Artefakte und magische Nebeneffekte. Die ausführliche Liste der Artefakte soll um ein paar Exponate ergänzt worden sein. Da ich den Band Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen nicht besitze, fällt es mir schwer zu beurteilen, was und wie viel an neuen Artefakten und Experten-Regeln hinzugekommen ist.

Zauberzeichen

Die Magie der Zeichen steht im Mittelpunkt des dritten Abschnitts. Ich muss gestehen, dass dieser Bereich der Zauberei mir bislang weitgehend unbekannt gewesen ist. Daher kann ich nur wenig Auskunft über eventuelle Regeländerungen geben.

Grob lassen sich die Zauberzeichen in Arkanoglyphen und Runenzauberei unterteilen. Auf den ersten Blick etwas verwirrend. Allerdings sind die Regeln für die Erschaffung und den Einsatz weitgehend identisch. Unterschiede gibt es vor allem in der Wirkung der jeweiligen Zeichen, und so werden die einzelnen Glyphen und Runen in zwei unterschiedlichen Kapitel behandelt.

Mit Regeln für eine Feldversion von Zauberzeichen ist es zudem möglich, diese magischen Symbole in kurzer Zeit zu erschaffen. Diese optionale Regel erlaubt einen aktiveren Einsatz der Zauberzeichen während der Abenteuer. Insgesamt liefert dieser Abschnitt damit viel Stoff für die Erstellung und Nutzung magischer Symbole und ist eine umfassende und übersichtliche Ergänzung zu dem entsprechenden Kapitel in Wege der Zauberei.

Analyse

Der vierte Abschnitt behandelt die Magische Analyse. Hier gilt erneut: Wenig Neues. Die einzelnen Analyse-Regeln wurden in diesem Kapitel zusammengefasst. In einem Buch, das sich ausführlich magischen Gegenständen widmet, ist dies sicherlich ein hilfreicher und logischer Schritt. Eine Erweiterung der bisherigen Regeln – und das soll Wege der Alchimie sein – kann ich darin aber nur bedingt erkennen.

Abgeschlossen wird der Band zuletzt mit einem Kapitel über magische Materialien und alchimistische Zutaten. Hier findet sich allerdings keine Übersicht aller Zutaten, sondern tatsächlich nur eine Ergänzung zu anderen Publikationen, wie Zoo Botanica Aventurica.

Fazit

Wege der Alchimie ist eine interessante und umfassende Regelsammlung für Alchimie, Artefaktherstellung und Zauberzeichen. Viele der Inhalte sind zwar bereits aus Wege der Zauberei bekannt, gehen in der dortigen Regelflut jedoch etwas unter. Erst mit diesem neuen Band kommen die vielfältigen Möglichkeiten der gegenständlichen Zauberei vollständig zum Ausdruck.

Daher ist Wege der Alchimie eine sinnvolle Ergänzung für alle DSA-Spieler, die bislang nur auf die Regeln aus Wege der Zauberei zurückgreifen konnten. Deutlich weniger glücklich werden wahrscheinlich die Spieler sein, die bereits Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen in ihrem Regal stehen haben. Dafür bietet der immerhin 35,- Euro teure Band nicht viel Neues.

Dies ist zugleich mein großer Kritikpunkt an dem neuen Regelwerk. So recht will sich Wege der Alchimie nicht in die bisherige Reihe der Publikationen einfügen. Als Ergänzung zu Wege der Zauberei ist der Band eine sinnvolle Veröffentlichung. Doch erscheint es unpassend, ihn auf eine Stufe mit diesen Regelwerken zu stellen. Wege der Alchimie ist eine reine Regelergänzung – und wäre daher eigentlich der Ersatz für die ältere Regelergänzung Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen.

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