Kategorie: Community

03-03-2013 / Community

Wie kam es bloß zu diesem Freiheitswahn? Es gibt viele Gründe für das Rollenspiel. Die große spielerische Freiheit gehört zweifellos dazu. Aber spielerische Freiheit ist nicht der einzig glücklich machende und spaßfördernde Faktor beim Rollenspiel. Ebenso wenig ist maximale Spielfreiheit ein von allen Rollenspielern jederzeit und überall anzustrebender Zustand. Dennoch wird der Grad der Spielfreiheit von einigen Rollenspielern zum entscheidenden Qualitätsmaßstab für ein Rollenspiel gemacht.

Eine merkwürdige Entwicklung. Kein Rollenspiel ermöglicht totale Spielfreiheit. Ein solches Spiel würde nicht funktionieren. Alle Rollenspiele schränken die Spielfreiheit auf die eine oder andere Weise ein. Die meisten Rollenspieler nehmen das wort- und klaglos hin. Doch wenn irgendwo ein Metaplot auch nur leise damit droht, die Freiheit einzuschränken, beginnt das Geschreie: „Skandal! Sklaverei! Nieder mit dem Metaplot! Wir wählen die Freiheit!“

01-03-2013 / Community

Splittermond-LogoDer Metaplot ist wie Roggenmischbrot. Er ist alltäglich, überall verfügbar, es gibt ihn in den unterschiedlichsten Formen, man schluckt ihn, meist ohne sich Gedanken zu machen, mal hat man richtig Lust drauf, an anderen Tagen schmeckt er gar nicht und man könnte auf ihn verzichten. Wer aber längere Zeit immer nur Weißbrot essen muss, sehnt sich irgendwann nach einem leckeren Graubrot. Erst wenn der Metaplot fehlt, merkt man, was man an ihm hat.

Vor einigen Tagen verkündete der Uhrwerk-Verlag die Entwicklung eines neuen Fantasy-Rollenspiels: Splittermond. Zahlreiche gegenwärtige und ehemalige DSA-Autoren sind an der Gestaltung der Welt und des Regelsystems beteiligt. Manches soll ganz anders werden als in Aventurien. Eines aber wird es auch bei Splittermond geben: Einen Metaplot. Mein erster Gedanke, als ich das gelesen habe, war: „Supergeil!“ Und sofort erschrak über diesen Gedanken.

22-02-2013 / Community

Fanware-LogoIch bekenne: Ich bin blöde, verwirrt, unfrei, beschissen, tiefreligiös, emotional, unselbständig, deutschtümelnd, unerfahren, humorlos, rückständig, kleinkariert, unmündig, kindisch. Ich bin Hartwurst-Spieler, Marionette, Sklave, Konsumentenspieler, Heulsuse, Regelnazi, Fanboy, Buchhalter, Dreckfresser. Ich bin all das und noch viel mehr. Ich bin DSA-Spieler.

Ich bekenne: Ich bin ignorant. Andere Rollenspiele interessieren mich nicht. Ich spiele DSA. Der Rest kann mir den Buckel runterrutschen. Daher weiß ich nicht, wie gut andere Spiele sind. Und wie schlecht DSA. Aber das ist mir egal.

24-01-2013 / Community

Myranor_LogoMyranor ist nicht allein das Land der sprechenden Katzen und der fliegenden Schiffe. Seit dem Start meines Güldenland-Projekts habe ich mit manchen meiner Vorurteile aufräumen müssen. Nicht nur gehören die Myranor-Bücher zu den besten DSA-Produkten, die in den letzten Jahren erschienen sind. Auch die zunächst so fremd und merkwürdig wirkende Spielwelt ist weit interessanter und spannender, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag.

Als langjähriger Aventurien-Spieler bin ich von Myranor vor allem eins: Positiv überrascht. Die Spielwelt ist an manchen Stellen immer noch etwas ungewohnt. Doch das Unbehagen über die gelegentlichen Merkwürdigkeiten weicht zunehmend dem Eindruck, dass ich in Myranor genau das finde, was ich mittlerweile in Aventurien vermisse. Hier sind drei Gründe für das Spiel in Myranor:

19-01-2013 / Community

GRTIn zwei Wochen ist Gratisrollenspieltag. Rund 100 Läden und Vereine und 25 Verlage wollen am 2. Februar gemeinsam neue Anhänger für das Hobby Rollenspiel gewinnen. An diesem Tag werden in die Läden CARE-Pakte mit Rollenspiel-Material landen, das die Händler an Kunden und Besucher gratis verteilen können. In Demo-Runden sollen Interessierte in die Geheimnisse des Pen&Paper-Rollenspiels eingeweiht werden.

Die Liste der teilnehmenden Verlage liest sich fast wie ein Who’s Who der deutsprachigen Rollenspielszene. Entsprechend prall gefüllt werden die CARE-Pakete sein. Für DSA, Cthulhu, Shadowrun, Midgard, Quest, Malmsturm, Space 1899, Dungeonslayers und etliche weitere Rollenspiele wird es Einsteigerhefte oder Abenteuer geben. Für Vielfalt am Gratisrollenspieltag ist also gesorgt. Fraglich ist jedoch, ob mit der Aktion tatsächlich neue Spieler für das Rollenspiel begeistert werden können.

15-01-2013 / Community

Ulisses-LogoDie Kontroverse um den Verkauf von Landser-Heften durch Ulisses ist noch nicht beendet. Zwei Wochen nachdem im DSA4-Forum die Diskussion angestoßen wurde, hat die tageszeitung das Thema aufgegriffen und den – wie es dort heißt – „kleinen Skandal“ in einem ausführlichen Beitrag beleuchtet. Wie manche DSA-Spieler bereits angemerkt hatten, betont auch taz-Redakteurin Nina Ernst, dass Ulisses zwar den Verkauf der Landser-Hefte im April 2013 beenden möchte, diese Entscheidung allerdings nicht begründet.

Die bislang einzige Stellungnahme von Ulisses zum Verkauf der Landser-Hefte stammt von Marketing-Leiter André Wiesler. Am 3. Januar schrieb er im Ulisses Forum: „Bereits vor mehreren Wochen wurde die Entscheidung getroffen, die Kooperation bezüglich der Heftromane zu beenden. Aufgrund der Vertragsbedingungen wird dies voraussichtlich im April 2013 der Fall sein.“ Zu den Gründen, die zu dieser Entscheidung führten, äußerte sich André Wiesler nicht. Mittlerweile erscheint es aber zweifelhaft, ob der fragwürdige Inhalt der Landser-Hefte für die Entscheidung überhaupt von Bedeutung war.

02-01-2013 / Community

Silvester2013 ist da. Alle Böller sind längs geknallt und die Raketen lange verschossen. Das neue Jahr ist schon zwei Tage alt. Höchste Zeit also, sich hier wieder mit einem Beitrag zu Wort zu melden. Bekanntermaßen gibt es keine besseren Start in ein neues Jahr als mit einem Text über: Nazis.

Das vergangene Jahr endete nämlich mit genau einem solchen DSA-Aufregerthema: Einer Diskussion über Rechtsradikalismus, Nationalismus, Militarismus und darüber, ob Ulisses an der Verbreitung rechten Gedankenguts mitwirkt. Im DSA4-Forum hatte User Ashen Shugar am 31. Dezember einen Thread eröffnet, in dem er darauf hinwies, dass Ulisses über den Online-Romanshop Ulisses-Universe die umstrittenen Heftromane „Der Landser“ verkauft. Bei „Der Landser“ handelt es sich laut Wikipedia um eine wöchentlich erscheinende Reihe kriegsverherrlichender Heftromane, in denen der Mythos der sauberen Wehrmacht propagiert wird.

20-12-2012 / Community
14-12-2012 / Community

SW-WuerfelDas DSA-Regelwerk hat auch gute Seiten. Die 3W20-Talentprobe zum Beispiel. Die Idee hinter diesem Regelmechanismus fand ich immer überzeugend. Ich mag es, wenn nicht nur der Talentwert über das Gelingen einer Probe entscheidet, sondern auch der Wert von Eigenschaften eine Rolle spielt. Das DSA-Konzept, auf drei Eigenschaften zu würfeln, verhindert zudem unausgewogene Abhängigkeiten zwischen Eigenschaften und Talenten.

Allerdings ist die 3W20-Probe nicht unumstritten, sondern häufig Gegenstand von Diskussionen. Die aktuellen DSA-Umfrage von Ulisses greift diese Diskussionen auf und fragt die Teilnehmer ausdrücklich danach, ob sie Proben lieber mit 3W20 oder 1W20 würfeln. Doch was ist der Grund für diese Diskussionen? Warum wird die 3W20-Probe in der DSA-Umfrage zur Disposition gestellt?

11-12-2012 / Community

Nur wenige DSA-Romane sind wirklich gut. Macht von Michelle Schwefel gehört dazu. Der erste Teil der „Answin von Rabenmund“-Reihe liegt im DSA4-Forum auf Platz 3 der am besten bewerteten Romane. Direkt dahinter folgt der Nachfolgeband Verrat. Die Romanreihe um den langjährigen Weggefährte Kaiser Retos, der sich nach dem Verschwinden Kaiser Hals selbst zum Kaiser krönen ließ, sollte ursprünglich aus vier Romanen bestehen. Im April 2012 verkündete Ulisses jedoch die Einstellung der Reihe.

Die Entscheidung sorgte für Enttäuschung unter Roman-Lesern. Eine Leserin, die sich mit dem Ende nicht abfinden wollte, initiierte Mitte Juni auf openPetition.de eine Petition für die Fortsetzung der Roman-Reihe. Innerhalb von knapp zwei Wochen zeichneten 100 Unterstützer die Petition. Heute, rund ein halbes Jahr später, liegt die Zahl der Unterstützer bei 118. Viel ist in den vergangenen Monaten also nicht passiert. In acht Tage endet die Zeichnungsfrist. Es ist die letzte Chance für Fans der Reihe, ihren Wunsch nach neuen Answin-Romanen auf diese Weise zu äußern. Doch selbst wenn die Zahl der Unterstützer noch deutlich ansteigen sollte, ist es unwahrscheinlich, dass die Reihe forgesetzt wird.

06-12-2012 / Community

Als DSA-geschädigter Rollenspieler nähere ich mich einem mir bislang unbekannten Rollenspiel immer auf eine Weise: Als Erstes schaue ich mir die Liste der verfügbaren Produkte an. Entscheidend ist die richtige Länge. Ist die Liste zu kurz, gibt es offenbar so wenig Spielmaterial, dass ich mir als Spielleiter ständig eigene Dinge ausdenken muss. Das ist mir zu anstrengend. Ist die Liste hingegen zu lang, gibt es so viel Spielmaterial, dass ich mich erst zeitraubend durch diese unübersichtliche Materialmasse arbeiten muss. Das ist mir auch zu anstrengend.

Für mein Güldenland-Projekt – meiner Annäherung an die myranische Spielwelt – hatte ich bislang nur einen flüchtigen Blick auf die Liste der verfügbaren Produkte geworfen. Gestern nun ist mit Sumublüten der 17. Abenteuerband für Myranor erschienen. Das ist Anlass genug, mein bisheriges Versäumnis nachzuholen und mir genauer anzuschauen, welche Bücher für Myranor erhältlich sind.

29-11-2012 / Community

Vor elf Jahren wurde ein Regelmonster geboren. Im Oktober 2001 veröffentliche FanPro das erste Produkt der vierten DSA-Regeledition. Die neue Grundbox enthielt zwei Hefte mit insgesamt rund 230 Seiten: Die Basisregeln und Der Weg ins Abenteuer. Damals hätte wohl kaum jemand erwartet, dass das vollständige Regelwerk irgendwann auf die zehnfache Seitenzahl anwachsen könnte. Heute umfassen alle aktuellen Regelbände zusammen etwa 2300 Seiten.

Kein Spiel braucht ein zweitausendseitiges Regelwerk. DSA hat es dennoch, mitsamt all den Widersprüchen und Unstimmigkeiten, dem Überflüssigen und Sinnlosen. Die meisten Spieler haben sich damit arangiert. So ist eben DSA. Getreu dem Motto: It’s not a bug, it’s a feature.