Ex-Kernredakteur Uli Lindner wird seine Arbeit für Das Schwarze Auge beenden. Der Kampagnenband Lichtsucher, an…
Arkanil Beiträge
„Wenn du ein Nerd bist, kannst du nicht cool sein. Und umgekehrt.“ – Wikipedia
Nerds sind merkwürdig. Allein schon ihr Äußeres: Lange Haare, Hornbrille, karierte Kurzarmhemden, aus deren Brusttasche Stifte herausragen. Und dann die Sprache. Für Außenstehende ist eine Unterhaltung zwischen Nerds schwer verständlich (was manchmal darin liegt, dass sie Klingonisch sprechen). Nerds interessieren sich für Naturwissenschaften und Technik, aber nicht für Sport. Mit Begeisterung reden sie stundenlang über die Feinheiten des neue iOS-Update. Aber auf die Frage nach den Spielergebnissen vom Wochenende antworten sie bestenfalls mit einer Schilderung ihres jüngsten WoW-Raids.
Können solche Menschen cool sein?
Natürlich nicht.
Aber es soll auch andere Nerds geben. Nerds, die sich modisch kleiden, aktuelle gesellschaftliche Trends mit Interesse verfolgen und in einem weitgefächertem sozialen Netz eingegliedert sind. Es soll Nerds geben, die bei einem Bier stundenlang darüber diskutieren, ob Borussia Dortmund den 5-Punkte-Vorsprung über die Ziellinie bringen kann. Ich habe sogar schon von Nerds gehört, die tätowiert sein sollen.
Nerd und gleichzeitig cool?
Und plötzlich wird das eigentlich Undenkbare denkbar: Irgendwo dort draußen gibt es coole Nerds.
Das klingt zunächst wie eine Verheißung. Doch in Wahrheit ist es eine schwere Bürde.
Das Rezept für einen erfolgreichen Blogeintrag? Ganz einfach: Eine provokante These gewürzt mit einer Prise Polemik. Schon rappelt’s in der Kommentarbox.
Hier im Blog halte ich mich meist zurück. Aber tief in meinem Herzen bin ich ein großer Fan von Provokation und Polemik. Friede, Freude, Eierkuchen ist doof.
Daher habe ich einen leisen Jubelschrei ausgestoßen, als ich den neuen Beitrag im Blog von Michael Masberg gelesen habe. Unter der Überschrift „DSA ist keine Soap“ finden sich gleich reihenweise ganz herrliche Provokationen.
Im Kern dreht sich der Beitrag um das jüngst auf Wolkenturm.de veröffentlichte DSA-Material. Die ehemaligen Redakteure Katharina Pietsch, Tyll Zybura und Mark Wachholz bieten dort Texte zum Download an, die keine Verwendung im offiziellen Aventurien gefunden haben. Michael geht in seinem Blogbeitrag der Frage nach, was die Motive für die Veröffentlichung dieses Materials sein könnten.
Meint man es gut mit den Dreien, ließe sich vermuten, dass sie den DSA-Fans einfach nur kostenlos Spielmaterial zur Verfügung stellen wollen. Michael Masberg meint es nicht gut. Er vermutet Gehässigkeit und Geltungssucht.
Vor kurzem erst wurde jedes Fantasy-Fan Herz dadurch erfreut, dass Peter Jackson per Facebook ein offizielles Preview zu der kommenden Hobbit Verfilmung gab.
Dass auch DSA bald einmal verfilmt werden würde war zwar schon länger bekannt, allerdings war das ganze, zumindest für mich, etwas in Vergessenheit geraten. Zwar wurde bereits verkündet, dass KSM die Filmrechte an DSA gekauft hatte, aber ein gewisser Restzweifel blieb meinerseits ob dieser Film verwirklicht werden würde.
Ein DSA-Film
Nun ist es aber soweit. DSA bekommt einen eigenen Film.
In meinem langen Leben als DSA-Spieler habe ich mich mit sehr unterschiedlichen Helden ins Abenteuer…
Die meisten werden es schon wissen: Daedalic Entertainment, ein Spieleentwickler mit Sitz in Hamburg, werkelt…
Sind Romane Teil des offiziellen Aventuriens? Diese Frage kam kürzlich im neu eingerichteten “Redaktions-Stübchen“ im…
Ich bin kein großer Fan des aktuellen Regelwerks von DSA. Meiner Meinung nach ist es viel zu regellastig, aufgeblasen und hat mir schon in mancher Spielsituation den Spaß am Rollenspiel vermindert. Einsteiger schreckt die enorme Menge an Regelmaterial ab und manch einer wendet sich daraufhin anderen Systemen zu. Dennoch spiele ich schon lange DSA und habe auch immer noch Spaß daran. Die lebendige Spielwelt und das Flair mit dem Aventurien aufwartet ist einfach zu vertraut als das man das Spiel einfach beiseite legen und dann sagen könnte: „So. Das wars mit DSA.“
Kritik und auf der anderen Seite lobende Worte gibt es genug für die Regeln mit denen die Helden Aventurien beschreiten. Dies wurde schon ergiebig diskutiert und so recht scheinen Verfechter und Kritiker des Systems nie auf einen grünen Nenner zu kommen. In diesem Post aber soll es um etwas anderes gehen.
DSA und seine Regeln – zu stark verknüpft?
Manch einer wird davon überzeugt sein, dass das Regelsystem und das Spielgefühl „DSA“, wenn man es denn so nennen kann, direkt miteinander verbunden sind. „DSA ohne die 3W20 Probe ist halt nicht DSA“. So könnte man es vielleicht ausdrücken.
Was machen andere Rollenspiele eigentlich besser als DSA? Ganz schön viel, könnte man meinen. Die Kritik am Schwarzen Auge ist mindestens so lang wie die DSA-Regelwerke dick sind. Andere Rollenspiele scheinen viele Dinge viel besser zu machen.
Allein im vorangegangen Arkanil-Beitrag „DSA-Produkte – ein optischer Vergleich“ wurde ausgiebig über das Design der Bücher diskutiert. Als Fazit lässt sich wohl formulieren: Das Design der DSA-Produkte ist nicht schlecht. Aber andere Rollenspiele sind besser.
