10 Kommentare

  1. Schließe mich nach den ersten EIndrücken von DSA 5 und einer kurzen Testrunde als Spieler einfach mal diesem Fazit an:

    „Im Rahmen dieser Möglichkeit hat Ulisses das Maximum aus dem Regelwerk herausgeholt. Und das ist nicht wenig. Mit der 5. Edition hat der Verlag aus einem dysfunktionalen System mit unzähligen Fehlern ein geschmeidiges Regelwerk gemacht. DSA5 funktioniert. Es funktioniert vor allem deswegen, weil Ulisses sich darauf besonnen hat, dass die Regeln das Spiel fördern sollen, anstatt ihm im Weg zu stehen.“

    „Geschmeidig“ ist veilleicht a bisserle übertrieben, aber insgesamt kann man sich jetzt wieder freuen, wenn man zu einer Runde DSA eingeladen wird.

    1. Also ich habe vor ein paar Wochen mit DSA angefangen und zwar mit 4.1. DSA 5 finde ich einfach nur schlecht, weil alles so stumpf und wenig komplex ist. Ich finde es macht deutlich mehr Spaß Helden mit den grenzenlosen Möglichkeiten von Wege der Helden zu generieren. Außerdem Gibt es bei DSA 5 nicht so viele komplexe Regeln, die ich sehr cool fand. Mir hat es gerade gefallen, dass DSA eine möglichst realistische Simulation einer Fantasy Welt geworden ist. Schade. Sie hätten nur 4.1 nochmal überarbeiten müssen, dann wäre es perfekt gewesen aber stattdessen schmeißen sie alles über den Haufen, nur damit Einsteiger das Spiel schneller erlernen.

  2. Dass das Erstellen nun wieder per Handarbeit geht, ist schon mal richtig gut. Das war nämlich nervtötend, und das Punktegeschiebe in der (zwingend notwendigen) Helden-Software war auch nicht gerade einfach. Im alten DSA4.1 war Charaktergenerierung eine Strafe.

    Wenn dein Kriterium für die Bewertung war „DSA soll DSA bleiben“ dann stimme ich deiner Bewertung zu. Für mich ist das ein komisches Kriterium, weil es unnötig konservativ ist. Ich habe mit DSA1 angefangen und ginge es nach meinem ersten SL, gäbe es die 3W20-Probe nicht. DSA ist also mit DSA2 eben nicht „DSA geblieben“, obwohl es erst dadurch für viele „DSA geworden“ ist.

    Ich hatte gerade eben auf einer Con die Freude, von einem Ulisses-Supporter Neuheiten in DSA5 nahegelegt zu bekommen. Da fielen mir die Konditionen und Zustände auf. Erst dachte ich mir, das wäre doch mal eine feine Neuerung – wäre sie denn schlank geblieben. Statt dessen ist sie mal wieder wuchtig, vier Stufen mit verschiedenen Effekten überall, und haufenweise Detail… Mit solchen – meiner Meinung nach – unhandlichen, schwergewichtigen Regeln wird DSA halt nie so wirklich meins. Muss es ja auch nicht.

    Aber ich sehe schon, dass damit immer wieder ums Neue eine Chance verschenkt wird, ein richtig schlankes, knackiges, einsteigerfreundliches, vielleicht auch universelles Regelwerk zu machen, weil DSA ja DSA bleiben muss… Als Neuling ohne Gruppe würde ich vor dem Regelwerk wahrscheinlich immer noch schreiend davonlaufen. Mein Gefühl ist, dass das Hobby in Deutschland einige Neueinsteiger vergrault, weil es auf unnötig verschnörkelte Regelmonster setzt, die sich mit Minimalreformen immer weiter fortpflanzen. Über Shadowrun 5 wurde gesagt, der beste Weg es zu lernen, sei jemand zu finden, der Shadowrun 4 beherrscht. Und auch DSA5 „ist sich treu geblieben“ und somit auch nicht im entferntesten leichtgewichtig geworden. Splittermond ist es ja wohl mit seinem Tick-System auch nicht.

    Komplexe Würfelsysteme, hart abzuschätzende Erfolgschancen (DSA, Splittermond), 400-Seiten-Regelbücher… Ich glaube nicht, dass ich damals mit sowas den Einstieg ins Hobby gefunden hätte. Oder Mitspieler, die das zum ersten Mal machen. Wenn ich komplette Neulinge anlerne, dann mache ich das mit Dungeonslayers. Da habe ich wenigstens die Hoffnung, dass sich jemand mal hinsetzt und das lernt, und die selber zu spielen anfangen.

    Von dem, was mir wichtig ist, ist DSA5 somit kein großer Wurf, sondern ein Reförmchen. Die Community schmort weiter im eigenen Saft, und die Einstiegsschwelle bleibt hoch. Das ist meine persönliche Bewertung und ich finde das für das Hobby schade, weil so viele Neuspieler schon nach DSA fragen, einfach weil man den Namen kennt.

  3. Vorweg: Wenn ich nochmal in einer Rezension lese, dass das die Farbseiten superschön geworden sind, muss ich brechen… Wenn das das einzige ist, was ich über das Regelwerk sagen kann, sollte man lieber gar nichts sagen. Man bewertet Tetris auch nicht nach der Grafikengine.
    Man kann es echt nicht mehr hören, zumal zum Layout auch ein ordentlicher Index gehört, der in dem Buch ein ziemlich er Fail ist.

    Der Oberfail, da gebe ich Arkanil absolut recht, ist das Mini-Bestiarium. Im Ulisses-Forum haben sich schon absolute Neulinge gemeldet, die es ja wider Erwarten einiger tatsächlich gibt, und fragen nach mehr Monstern.
    Man verkauft also ein Spiel, das ohne die alten Regelwerke und ohne Konvertierung eigentlich gar nicht spielen kann. Das ist wirklich schade und muss dringend abgestellt werden.

    1. zweimal Veto.
      Wenn Vergleiche offenbar erlaubt sind:
      Ein Auto muss nicht nur Spaß machen und Öko sein, es muss auch aussehen. Auch der hundertste Rezensent hat das Recht das Kriterium zu bewerten. Es gibt immer Leute, die sich verbeulte gelbe Gebrauchte kaufen, wenn sonst alles stimmt – aber bei den meisten isst das Auge mit.
      Ein miniminimini-Bestiarium ist für mich vollkommen i.O., wenn nach zwei Monaten ein Almanach hinterher kommt. Jede Seite Kreaturenbeschreibung im Regelwerk ist in meinen Augen verschwendeter Platz.

  4. Herzlichen Dank @ Arkanil. prinzipiel: *sign* … aber:
    Ich wundere mich, dass Du der Rezension das Prädikat „abschließende Wertung“ zukommen lässt. Obwohl ich Deine Zuneigung zu DSA5 teile, muss ich leider misstrauisch bleiben, solange nicht die weiteren Regelbände (und wohlmöglich Regionalbände mit lokorionären Regelspezialitäten) erschienen sind; und mich deshalb auch eines endgültigen Urteils enthalten. DSA4.1 wirkte auf mich nach (400 Seiten) * (4 Wochen) auch noch nicht unerträglich!

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